Düren/Echtz - Schlägerei beim Maifest: Eine Narbe im Gesicht bleibt

Schlägerei beim Maifest: Eine Narbe im Gesicht bleibt

Von: hp
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Ein 32-jähriger Familienvater musste sich wegen einer Schlägerei mit Folgen vor dem Dürener Schöffengericht verantworten. Symbolfoto: dpa

Düren/Echtz. Spätestens vor dem Spiegel im Badezimmer wird ein 28 Jahre alter Mann aus dem Dürener Stadtteil Echtz auch anderthalb Jahre später noch an das Maifest 2014 erinnert. Seit jenem 25. Mai zieht sich über die linke Gesichtshälfte des jungen Mannes eine markante Narbe, die sich vom Kinn bis fast ans Auge und weiter quer zur Wange reicht.

Die Narbe zeugt von einer Verletzung, die er bei einer tätlichen Auseinandersetzung nachts gegen 3.30 Uhr erlitten hatte. Hinzu kommen psychische Probleme infolge der Schlägerei.

Ein heute 32-jähriger Familienvater musste sich deshalb vor dem Schöffengericht verantworten, denn die schwere Verletzung stammte von einem Schlag mit einem Bierglas.

Der reuige und geständige Angeklagte ließ durch seinen Anwalt erklären, dass der Schlägerei eine verbale Auseinandersetzung vorausgegangen war, was natürlich eine solch heftige Reaktion nicht rechtfertigen solle.

Zudem habe der 32-Jährige nicht etwa nach dem Glas gegriffen, sondern dies blöderweise beim Zuschlagen in der Hand gehabt. All dies tue ihm sehr leid. Eine Entschuldigung, die der Angeklagte im Gerichtssaal anbot, wollte das Opfer indes erst gar nicht entgegen nehmen.

Vermindert schuldfähig

Die Staatsanwaltschaft hatte den 32-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt, zugleich aber eine verminderte Schuldfähigkeit unterstellt, da bei dem Mann etwa eine Stunde nach dem Zwischenfall ein Blutalkoholgehalt von 1,9 Promille gemessen wurde.

Im Laufe des Prozesses rückte eine Frage der juristischen Bewertung in den Mittelpunkt. Das Strafgesetzbuch unterscheidet nämlich zwischen „gefährlicher“ (§ 224) und „schwerer“ (§ 226) Körperverletzung. Ziel dieser Unterscheidung ist die Würdigung von Folgeschäden.

Konkret sind der Verlust von Auge(n), Gehör, Sprechvermögen oder Fortpflanzungsfähigkeit oder eines wichtigen Körpergliedes genannt oder aber von einer erheblichen dauerhaften Entstellung. In diesem Zusammenhang wurde auf eine höchstrichterliche Entscheidung verwiesen.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Christine Pinkpank verurteilte den Angeklagten wegen gefährlicher Köperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wird.

Zu den Auflagen gehört die Zahlung von 6000 Euro Schadensersatz an das Opfer. Das Urteil ist rechtskräftig.

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