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Schießerei in Shisha-Bar: 25-Jähriger angeklagt

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Eine Schießerei in einer Shisha-Bar hat seit Mittwoch ihr Nachspiel vor dem Aachener Schwurgericht. Foto: ja

Aachen/Düren. Ein Schuss samt Querschläger in die Decke einer Shisha-Bar und weitere Treffer in den Fernseher an der Wand des Lokals: Das war das Ergebnis eines westernfilmreifen Auftritts. Seit Mittwoch muss sich David K. aus Düren für diese Revolver-Attacke vom 4. März 2015 vor dem Aachener Schwurgericht verantworten.

Dem 25-Jährigen wird versuchter Totschlag vorgeworfen. Laut Anklage hatte sich ein mutmaßlicher Kontrahent des 25-Jährigen angeblich nur durch einen schnellen Sprung hinter eine Wand vor den Schüssen retten können, der Schütze suchte das Weite. Bei dem Vorfall, der gegen 22.30 Uhr stattgefunden haben soll, wurde niemand verletzt.

In einer von Verteidiger Christoph Rühlmann für seinen Mandanten verlesenen Erklärung war von einer Vorgeschichte die Rede, die mit einer Nachbarin des Angeklagten zu tun hat. Mit ihr habe K. eine kleine Geschäftsbeziehung angeleiert, die sich um Trainingsanzüge eines Markenherstellers drehte.

Man habe sich beim Gassigehen mit den Hunden kennengelernt. Dabei sei die Sache ins Rollen gekommen. Sein Mandant habe der Geschäftspartnerin einen Sportanzug geschenkt, zwei weitere habe er aber für insgesamt 120 Euro an sie verkauft; es sollten noch mehrere folgen. Als er das Geld hierfür anmahnte, sei es zunächst zu einer Auseinandersetzung per SMS gekommen.

Sie habe das Geld nicht gehabt und wollte es sich bei ihrem Freund leihen, der ein Stammgast in der Shisha-Bar war. K. sollte es sich dort am Abend des Tattages abholen. Als K. aufgetaucht sei, habe ihn der Freund – unterstützt von anderen – mit Messern und Schlagstöcken bedroht. Trotzdem habe er 50 Euro als Abschlag bekommen. K. sei wütend nach Hause gegangen und habe das auch per SMS gegenüber der Nachbarin kundgetan.

Daraufhin sei ein ganzer Trupp bei ihm zu Hause aufgetaucht. Die Männer hätten gewaltsam in seine Wohnung eindringen und ihm etwas antun wollen, erklärte der Verteidiger. Nur mühsam und mit Hilfe seiner Hunde habe er die Eindringlinge abwehren können. Auch seine Ehefrau sei verbal bedroht worden.

Da habe er den fatalen Entschluss gefasst, in der Shisha-Bar „herumzuballern“. Er habe „keinen töten“ wollen, es tue ihm leid, sagte er am Mittwoch. Der Prozess geht am 23. Februar weiter.

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