Hambach - Scheut RWE Power Kosten zusätzlicher Rekultivierung?

Scheut RWE Power Kosten zusätzlicher Rekultivierung?

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Hambach. Der Streit um die Größe der zu rekultivierenden Fläche im Tagebau Hambach geht weiter.

Nachdem Markus Kosma, Leiter Tagebauplanung bei RWE Power, im Niederzierer Bau- und Umweltausschuss Mitte Februar erklärt hatte, dass die Entscheidung für den Restsee Inden keine Auswirkungen auf die Rekultivierung im Tagebau Hambach habe, obwohl nun rund 860 Millionen Kubikmeter Erdreich nicht per Bandstraße nach Inden transportiert werden müssen, erinnerte Josef Wirtz (MdL) die RWE-Vertreter jetzt bei einem Gespräch im Niederzierer Rathaus an ihre Zusagen im Vorfeld der Restsee-Entscheidung.

„Auf mindestens einem halben dutzend Info-Veranstaltungen wurde seitens RWE versichert, dass 350 Hektar Ackerland zusätzlich im Tagebau Hambach entstehen werden”, betont Wirtz, der dies auch als Argument anführte, wenn ihn Landwirte wegen seiner Pro-See-Haltung kritisierten.

Technisch sei dies auch möglich, räumten Kosma & Co. beim neuerlichen Meinungsaustausch ein, berichteten Wirtz und Niederziers Bürgermeister Hermann Heuser am Freitag. Auf die verbindliche Aussage, ob RWE Power auch bereit sei, den bislang auf rund 4000 Hektar veranschlagten Hambachsee zu verkleinern, warten beide Politiker seitdem aber vergeblich - obwohl eine kurzfristige Erklärung zugesichert worden war.

„Löss sei nicht der begrenzende Faktor”, erinnern sich beide an das Gespräch. „Dann muss es wohl an den Kosten liegen”, mutmaßt Wirtz, schließlich muss der fruchtbare Boden aus Garzweiler heran transportiert werden. „Aber auch das sollte dann deutlich gesagt werden”, so Wirtz.

„Wir erwarten jetzt ein klares Signal von RWE Power”, so Heuser und Wirtz. Sie fordern, dass die zusätzliche Ackerfläche bereits 2010 bei der Aufstellung des dritten Rahmenbetriebsplans für den Tagebau Hambach festgeschrieben wird. Und Heuser geht noch weiter: Der Großteil der zusätzlichen Flächen muss im Kreis Düren entstehen, östlich von Niederzier.

„Wir haben schließlich auch die Belastungen der Tagebaue zu ertragen.” Der Bürgermeister appelliert an RWE Power, auch in der Frage der Rekultivierung, am gewohnt fairen Miteinander festzuhalten, das Josef Wirtz angesichts der Hinhaltetaktik bereits gefährdet sieht.
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