Düren - Scherenschnitte aus vier Jahrhunderten im Papiermuseum

Scherenschnitte aus vier Jahrhunderten im Papiermuseum

Von: Sandra Kinkel
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Museumsleiterin Dr. Renate Goldmann (links) und Jutta Reich, die sich bestens mit Papierkunst auskennt, freuen sich sehr über die erste kleine Kabinettausstellung im Dürener Papiermuseum. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Die Ausstellung im Dürener Papiermuseum ist klein, aber fein. Museumsdirektorin Dr. Renate Goldmann spricht von einer „kleinen Kabinettausstellung“, der demnächst weitere folgen sollen. Unter dem Titel „Scherenschnitte der Papierhistorischen Sammlung“ werden in der ersten Ausstellung zwölf Exponate aus vier Jahrhunderten gezeigt.

Dr. Renate Goldmann: „Nachdem wir nun einen Bestandskatalog für unser Museum haben, wollen wir auch die Kunstwerke der Öffentlichkeit präsentieren. Und natürlich soll im Papiermuseum die Papierkunst gezeigt werden.“

Für die erste Ausstellung waren kleinere Umbauarbeiten erforderlich. Da, wo im Papiermuseum früher der Museumsshop untergebracht war, gibt es jetzt eine neue Ausstellungswand und eine Vitrine. „Wir planen ja“, so Dr. Goldmann, „das Papiermuseum umzugestalten. Das ist aber ein langfristiges Projekt, für das wir auch noch Sponsoren suchen. Die Wand konnten wir relativ einfach einbauen, so dass diese kleineren Ausstellungen möglich sind.“

Insgesamt gehören zum Bestand des Dürener Museums rund 60 Scherenschnitte vom 17. bis zum 21. Jahrhundert. „Wir haben zwölf Arbeiten ausgesucht“, so Museumsmitarbeiterin Jutta Reich, die sich besonders gut mit der Papierkunst auskennt. „Und man kann durchaus sagen, dass diese Exponate einen Querschnitt unseres Museumsbestands im Bereich Scherenschnitte zeigen.“

Die Scherenschnitte sind um 18. Jahrhundert als eine der ältesten Volkskünste Chinas nach Europa gekommen. „Schon damals“, erklärt Jutta Reich, „gab es bei den Menschen den Wunsch nach einem eigenen Porträt. Und weil es vielerorts noch keine Fotokameras gab, war der Scherenschnitt ein beliebtes Mittel.“

Die Reduzierung des Porträts auf wenige charakteristische Merkmale des individuellen Profils und der wirkungsvolle Hell-Dunkel-Kontrast machen einen besonderen Reiz dieser sehr kreativen Kunstform aus. In der aktuellen Schau im Papiermuseum werden sechs besonderes Silhouetten-Porträts aus Asien gezeigt. Außerdem gibt es interessante Arbeiten aus dem besonderen japanischen Washi-Papier und schließlich künstlerische Scherenschnitte aus dem 20. und 21. Jahrhundert.

Gezeigt werden Arbeiten von René Acht, Ren Rong, Sarah Schiffer und Anne Behrends. Alle vier Künstler haben schon in Düren ausgestellt, Sarah Schiffer ist sogar eine Dürener Künstlerin. Ren Rongs Arbeiten zeichnen sich beispielsweise dadurch aus, dass sie durch ein sehr filigranes Mischwesen aus Mensch und Pflanze eine gelungene Synthese zwischen asiatischer Tradition und westlich geprägter Moderne erzeugen.

„Scherenschnitte“, so Jutta Reich, „dürften den Dürener also wirklich gut bekannte sein. Und das nicht nur wegen der Ausstellungen im Museum.“ Viele Jahre, so Reich, sei mit Jacques Mateos der „Scherenschnitt-Weltmeister“ auf der Annakirmes zu Gast gewesen. „Und er hat in Windeseile unzählige Dürener als Scherenschnitt verewigt.“

Dr. Renate Goldmann und ihr Team hoffen, auch in der museumseigenen Werkloge demnächst Scherenschnitt anbieten zu können. „Die Leute werden gerne selbst aktiv“, so Dr. Renate Goldmann., „Das merken wir auch, wenn wir hier unsere Workshops im Papierschöpfen anbieten.“

Die Museumsleiterin betont, dass das Papiermuseum – auch wenn es erneuert werden muss – immer noch sehr beliebt bei den Besucherinnen und Besuchern sei. „Es vergeht kein Tag, an dem nicht eine Schulklasse zu uns kommt. Und zwar aus der gesamten Euregio. Am kommenden Montag haben wir wieder 50 Jugendliche aus den Niederlanden zu Gast.“ Dr. Renate Goldmann hält das Papiermuseum für absolut „identitätsstiftend“ für Düren. „Wir können gar nicht oft genug betonen, dass Düren eine Stadt der Papierindustrie ist.“

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