Scherben, Kippen und Müll: Unbekannte verschandeln den Drover Schulhof

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
15369814.jpg
„Hört auf damit!“: Diesen Appell richten die Grundschüler aus Drove an die Jugendlichen, die auf dem Schulhof Scherben und Müll hinterlassen und die Kinder beleidigen. Foto: Anne Welkener
15370650.jpg
„Hört auf damit!“: Diesen Appell richten die Grundschüler aus Drove an die Jugendlichen, die auf dem Schulhof Scherben und Müll hinterlassen und die Kinder beleidigen. Foto: Anne Welkener
15368982.jpg
Bürgermeister Ingo Eßer. Foto: smb

Drove. Mit einem rührenden Brief haben sich die Viertklässler der Grundschule an diejenigen gewendet, die ihren Schulhof immer wieder verschandeln und die Kinder damit auch in Gefahr bringen.

Mit den Worten „Liebe Schulhofverschmutzer“ beginnen sie einen freundlichen, aber eindringlichen Appell – und sie führen eine lange Liste von Dingen auf, die ihnen ganz und gar nicht gefallen: Sie reicht von vermeintlich harmlosen Schmierereien bis hin zu Scherben im Sandkasten. Die älteren Schüler sorgen sich vor allem um die kleineren, die zum Beispiel Kippen auch anfassen würden.

„Oft, wenn wir auf den Schulhof kommen, ist es sehr schmutzig. Die Wände sind oft beschmiert mit Wörtern, die wir Kinder in der Schule gar nicht wissen sollten“, schreiben die Kinder. Außerdem bemängeln sie leere Pizzaschachteln, anderen Müll und halbvolle Alkoholflaschen.

Aber es kommt noch schlimmer: „Vor ziemlich genau einem Jahr musste der Sand aus dem Sandkasten komplett ausgetauscht werden, weil so viele Scherben im Sand waren“, erinnert sich Bürgermeister Ingo Eßer. In den Sommerferien seien nun erneut Scherben gefunden worden. „Eine Spezialfirma hat den Sand komplett gesiebt. Die Kosten für diese Maßnahmen belaufen sich mittlerweile nur für Drove auf fast 6000 Euro“, erklärt der Bürgermeister weiter. Weil die Verursacher in den einzelnen Fällen nicht bekannt seien, müsse die Gemeinde die Kosten tragen. Im Verdacht stehen jedoch Halbstarke, die den Platz als Treffpunkt nutzen und in ihrem jugendlichen Gebaren leichtsinnig und fahrlässig handeln.

Die Kinder schreiben: „Wir spielen auch alle sehr gerne im Sandkasten. Dort drinnen Müll oder Kippen zu finden, ist nicht schön. Da ihr aber gerne Flaschen auf dem Schulhof zerschlagt, sind auch überall Scherben. Die fliegen auch in den Sandkasten, das ist zu gefährlich, und der Sandkasten wird gesperrt. Wir können dann nur noch auf dem Schulhof spielen und können auch nicht mehr aufs Klettergerüst. Wir haben dann viel weniger Platz zum Spielen, und es gibt mehr Streit.“

Weitere Schritte

„Der Bezirksbeamte der Polizei ist im Boot und auch die mobile Jugendarbeit ist informiert, am Schulhof vorbeizuschauen, das Gespräch zu suchen und die Jugendlichen zu sensibilisieren“, sagt Eßer weiter. Die Kinder wünschen sich jedoch weitere Schritte:

„Viele von uns möchten auch nachmittags gerne auf dem Schulhof spielen. Oft trauen wir uns auch nicht auf den Schulhof, weil wir dort von Jugendlichen beleidigt und vertrieben werden. Manche von uns haben auch Angst. Hört bitte damit auf.“

Im Schulausschuss sei eine Sperrung des Platzes diskutiert worden. Letztlich habe man sich aber dagegen entschieden. Der Platz, der mit öffentlichen Mitteln finanziert werde, solle auch außerhalb der Schulzeiten genutzt werden können. „Wenn sich alle an die Regeln halten würde, wäre das auch kein Problem“, sagt Eßer.

„Nehmt euren Müll mit oder tut ihn in den Mülleimer. Flaschenwerfen ist genauso uncool, wie andere Dinge zu zerstören.“

Eßer verweist auch darauf, dass das Gelände wegen des Ganztagsbetriebs und der Nutzung von Vereinen kaum abgeriegelt werden könne. Ohnehin könnten Barrieren überwunden werden, allenfalls käme es zu einer Verlagerung des Problems. Auch auf anderen Spielplätzen in der Region gibt es ähnliche Probleme, mal mehr mal weniger stark. Ingo Eßer appelliert an die Verursacher und an die Zivilcourage der Bürger, die etwas bemerken. Die Kinder fordern:

„Ihr wart doch auch einmal Schulkinder. Wie hättet ihr das gefunden? Denkt doch auch mal an uns und nicht nur an euch! Statt Kinder zu vertreiben, könnt ihr auch einfach nett zu ihnen sein. Das fänden wir toll.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert