Schaustellerverband kann Festzug-Entscheidung nicht verstehen

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
5628151.jpg
Übt scharfe Kritik am Ordnungsamt: Bert Cremer. Foto: ja

Düren. Der Verband Reisender Schausteller Düren (VRS) übt scharfe Kritik am Ordnungsamt der Stadt Düren. Auslöser ist die Auflage des Amtes, den Festzug 375 Jahre Annakirmes nur dann zu genehmigen, wenn keine Personen auf den Festwagen mitfahren. Bei Veranstaltungen, die nicht zum Brauchtum gehören, sei dies nicht erlaubt, hatte Amtsleiter Karl-Heinz Adels die Entscheidung begründet.

Der VRS-Vorsitzende Bert Cremer versteht die Welt nicht mehr: „Ähnlich wie beim Karnevalszug wurden alle sicherheitsrelevanten Aspekte berücksichtigt und früh intensive Gespräche mit Polizei und Feuerwehr geführt, in die von Beginn an auch das Ordnungsamt eingebunden war“, betont Cremer. „Bei dem Festumzug werden die gleichen Wagen wie beim Karnevalsumzug eingesetzt.“

Daher ist für den VRS nicht nachvollziehbar, warum die Personenbeförderung untersagt wird. Auch die Aussage, dass der Festzug keine Brauchtumsveranstaltung sei, quittiert Cremer mit einem Kopfschütteln. „Der Umzug ist Teil der Annakirmes. Und dass die gelebtes Brauchtum ist, wird wohl niemand bestreiten.“ Er verweist nicht nur darauf, dass schon zum 350. Jahrestag der Annakirmes 1988 und auch zum 100.

Fest auf dem heutigen Annakirmesplatz 1998 Festzüge mit Personen auf Wagen durch die Stadt gerollt sind. Er betont auch, dass jährlich bundesweit eine ganze Reihe von Umzügen zu Volksfesten und Kirmesjubiläen stattfinden, ohne dass es Probleme gebe. „In Düren scheinen die Uhren wieder einmal anders zu ticken.“Cremer stellt fest: „Der Dürener Schaustellerverband ist enttäuscht von der starrsinnigen Haltung des Ordnungsamtes.“

Der VRS wollte sich mit einem eigenen Motivwagen am Festzug beteiligen, von dem aus der Vorstand die Kirmesfans aus nah und fern mit dem Präsidenten des Deutschen Schaustellerbundes, Albert Ritter, in Düren begrüßen wollte. Auf anderen Wagen sollten die Misses früherer Annakirmesjahre ebenso durch die Stadt rollen wie die Blaskapelle des Festzeltes.

Sollte das Amt bei seiner Haltung bleiben, ist der Festzug aus Sicht der Schausteller stark gefährdet. Erste Karnevalsvereine seien bereits abgesprungen. „Was sich jetzt abzeichnet, ist eine verkümmerte Version eines Zuges, die einer Kirmesstadt wie Düren und der Tradition der Annakirmes nicht gerecht wird.“ Die Schausteller hoffen daher, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

Leserkommentare

Leserkommentare (7)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert