Schausteller Verein gewährt Blick hinter die Kulissen

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
10552569.jpg
Die DZ-Rummelrunde der anderen Art gewährte wieder ganz besondere Einblicke – unter einen Autoscooter, in einen Bierkühlwagen und in die Stromzentrale der Kirmes. Dieter Adam erklärte die Kunst des Mandelbrennens, Peter Bausch die Logistik, die hinter einem Fahrgeschäft wie dem „Top Spin“ steckt. Fotos: Jörg Abels
10552571.jpg
Die DZ-Rummelrunde der anderen Art gewährte wieder ganz besondere Einblicke – unter einen Autoscooter, in einen Bierkühlwagen und in die Stromzentrale der Kirmes. Dieter Adam erklärte die Kunst des Mandelbrennens, Peter Bausch die Logistik, die hinter einem Fahrgeschäft wie dem „Top Spin“ steckt. Fotos: Jörg Abels
10552575.jpg
Die DZ-Rummelrunde der anderen Art gewährte wieder ganz besondere Einblicke – unter einen Autoscooter, in einen Bierkühlwagen und in die Stromzentrale der Kirmes. Dieter Adam erklärte die Kunst des Mandelbrennens, Peter Bausch die Logistik, die hinter einem Fahrgeschäft wie dem „Top Spin“ steckt. Fotos: Jörg Abels
10552576.jpg
Die DZ-Rummelrunde der anderen Art gewährte wieder ganz besondere Einblicke – unter einen Autoscooter, in einen Bierkühlwagen und in die Stromzentrale der Kirmes. Dieter Adam erklärte die Kunst des Mandelbrennens, Peter Bausch die Logistik, die hinter einem Fahrgeschäft wie dem „Top Spin“ steckt. Fotos: Jörg Abels
10552578.jpg
Die DZ-Rummelrunde der anderen Art gewährte wieder ganz besondere Einblicke – unter einen Autoscooter, in einen Bierkühlwagen und in die Stromzentrale der Kirmes. Dieter Adam erklärte die Kunst des Mandelbrennens, Peter Bausch die Logistik, die hinter einem Fahrgeschäft wie dem „Top Spin“ steckt. Fotos: Jörg Abels

Düren. 520 Kilometer hat Schausteller Peter Bausch von Bad Saulgau zurückgelegt, um zur Annakirmes zu kommen. Knapp 600 Kilometer liegen vor ihm, wenn er kommende Woche von Düren weiter nach Straubing fährt. Da muss die Logistik stimmen, erklärt der Münchner Schausteller beim Blick hinter die Kulissen des größten Volksfestes der Region im Rahmen der DZ-Sommertour.

 Fünf Lkw benötigt er für sein 180 Tonnen schweres Überschlagkarussell „Top-Spin“. Allein der Mittelbau ist 53 Tonnen schwer und beim Transport 20 Meter lang. „Dafür benötigen wir Spezialgenehmigungen“, erklärt er, die aufgrund der Vielzahl an Brückensanierungen immer erst kurzfristig erteilt werden. „Ich weiß jetzt noch nicht, über welche Strecken ich nach Straubing fahren darf.“

Manch ein Kirmesbesucher wird sich in den vergangenen Jahren über die beiden mächtigen Säulen des Fahrgeschäfts gewundert haben. Die DZ-Leser wissen nun, dass sich große Wassertanks mit einem Volumen von satten 52 Kubikmetern in ihnen verbergen – Ballast, der den „Top Spin“ während der Überschlagfahrt stabilisiert.

Noch weitaus größer ist der Aufwand, den der Hamburger Schausteller Max Eberhard mit seiner „Wilden Maus XXL“ betreiben muss. Werden für eine „normale Maus“ sieben Lkw benötigt, so sind es bei Eberhards einzigartiger Erweiterung gleich 18. „Mehrere Millionen Euro hat der Umbau gekostet“, verrät der Schausteller, ohne sich genau in die Karten schauen zu lassen. „Allein die moderne LED-Lichtanlage hat 500 000 Euro gekostet“.

Zahlen und Fakten, die den Fahrpreis auch für die DZ-Leser in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Eine Probefahrt lassen sich viele nicht entgehen. Auch eine Runde auf dem „Europarad“ und im Autoscooter darf nicht fehlen. „Ich bin seit 50 Jahren nicht mehr Autoscooter gefahren“, verrät Karl Graßmann, der wie alle „Selbstfahrer“ mit einem Strahlen aus der Chaise steigt.

Zuvor hatte Betreiber Hans-Otto Grass die Funktion des Autoscooters erklärt, der mit nur zwei Lkw transportiert wird, während seine Mitarbeiter an einem Wagen einen Motor wechselten. Binnen Minuten ist der Antrieb ausgetauscht. So schnell geht es weniger Meter weiter beim „Mondlift“ nicht. Der steht seit Dienstagmittag still. „Eine Pumpe des in den 70er Jahren erbauten Überkopffahrgeschäfts ist defekt“, berichtet Platzmeister Achim Greiff, als er zur DZ-Rummelrunde stößt.

Ersatz hatte der Betreiber zum Glück noch in seinem Münchner Lager, der so schnell wie möglich nach Düren gebracht wurde. Hätte das Bauteil neu angefertigt müssen, hätte das vermutlich das Aus für die Annakirmes bedeutet.

Was wäre die Kirmes ohne Strom? Bauschs „Top Spin“ verschlingt rund 800 bis 1000 Kilowattstunden am Tag, so viel wie ein Drei-Personen-Haushalt in vier Monaten. Für die Stromversorgung des Platzes ist Netzmeister Oliver Perz von der Stadtwerke-Tochter „Leitungspartner“ verantwortlich, der in der Stromzentrale der Kirmes erklärt, dass die Annakirmes abends, wenn auch alle Lichter leuchten, eine Leistung von rund 2,5 Megawatt benötigt. Zum Vergleich: „Das ist etwa so viel, als würden Sie 600 000 Netzteile von Smartphones gleichzeitig aufladen.“ Der Energieverbrauch der Annakirmes ist seit Jahren rückläufig. Grund ist die energiesparende LED-Technik, die mittlerweile in 95 Prozent der Geschäfte zum Einsatz kommt.

Bert Cremer, Vorsitzender des Verbands Reisender Schausteller Düren, sorgt mit seinen Vorstandskollegen Udo Lausberg und Micha Peiffer für eine kurzweilige und äußerst informative Rummelrunde, bei der auch Gastronom Bruno Dreßen und Süßwaren-Spezialist Dieter Adam Einblicke in ihr Geschäft geben. Warum gebrannte Mandeln immer teurer werden? Verantwortlich sei die seit Jahren anhaltende Dürre in Kalifornien, wo 90 Prozent der Mandelernte herkommen, erklärt Adam.

Er benutzt zwar nur spanischen Mandeln, „weil die süßer sind“, aber auch die werden aufgrund des Engpasses in den USA immer teurer, „allein 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“. Ein Preisanstieg, den man nicht mehr an den Kunden weitergeben könne.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert