Schau „Sprachlabor“: Punkig, skurril und manchmal wild

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
5281116.jpg
Freuen sich auf die neue Ausstellung in der Yorkstraße: Stefanie Sülzen, Stefan Zöllner, Susanne Rohs und Justus Peters (von links). Foto: Sandra Kinkel

Düren. Stefan Zöllner wollte schon einmal seine Arbeiten in Düren zeigen, nämlich seinerzeit als Lutz Rohs noch seine berühmte Galerie in der Yorckstraße hatte. Lutz Rohs ist mittlerweile verstorben, gemeinsam mit dem Kunstförderverein des Kreises Düren und Stefanie Sülzen hat seine Nichte Susanne Rohs die Galerieräume in der Yorckstraße aber wieder zum Leben erweckt. Die dritte Ausstellung in der Kunstinitiative „Die Treppe“ gestaltet Stefan Zöllner, „Sprachlabor“ nennt er seine Schau.

Auf den ersten Blick wirkt Stefan Zöllner Kunst wild, punkig und irgendwie fast schon ein bisschen surrealistisch. Es gibt kleine Koffer mit seltsamem Inhalt, immer wieder sind die Fundstücke so miteinander kombiniert, dass sich eine fremdartige Welt auftut. Stefan Zöllner Thema ist die Transformation, er springt zwischen den Medien und versucht dabei, das Kunstwerk aus dem festen Korsett der dreidimensionalen Materialität zu befreien.

Grundlage für viele von Stefan Zöllners Kunstwerken sind Anagramme. Mit Hilfe eines Computerprogramms bildet er aus den Namen seiner Kunstwerke eben diese Anagramme, das heißt der Rechner bildet aus den Buchstaben seiner Objekttitel neue Worte. „Und das inspiriert mich dann wieder“, sagt Stefan Zöllner. „Einmal kam das Wort ‚Hühnerleder‘ heraus. Und für mich war das Anlass, aus der Haut eines Biohähnchens solche Hühnerleder zu produzieren.“

Bei seinen Bildern verändert Stefan Zöllner auch – und wird dadurch gezwungen, ausgetretene Pfade zu verlassen, Neues zu wagen. Bereits existierende Zeichnungen scannt der 52-Jährige ein, bearbeitet die Bilder mit einem Fotoprogramm, druckt sie wieder aus, übermalt oder collagiert die Arbeiten. In diese Mischwelt aus Analog-Digital, Original-Replik, Vordergrund-Hintergrund wird zu guter Letzt auch noch die Sprache in die Bilder eingeflochten.

Stefan Zöllners Arbeiten sind multimedial, in einem Werk beispielsweise gibt es die Anagramme des Titels als Morsezeichen, ein anderes Mal können die Ausstellungsbesucher erst mit einem Smartphone durch Einscannen eines so genannten QR-Codes Näheres über das Kunstwerk erfahren. Stefan Zöllner: „Sehr oft sind meine Arbeit ein Spiel von Codierung und Decodierung.“ Eigentlich immer spielt Sprache eine große Rolle in der Kunst von Stefan Zöllner. „Weil keiner ohne Sprache leben kann. Auch Künstler nicht.“

„Als Betrachter“, ergänzt Stefanie Sülzen, „ist man in der Kunst von Stefan Zöllner irgendwie immer mittendrin. Weil die Kunst, die so voller Absurditäten ist, eine große Eigendynamik entwickelt.“

Übrigens hat Zöllner, der zunächst Philosophie und Musikwissenschaften im Saarland studiert hat, und später noch ein Studium der Freien Malerei in Düsseldorf angeschlossen hat, hat auch ein Werk eigens für die Dürener Ausstellung kreiert. Die Installation „Sprachlabor“ zeigt transparente Gewürzstreuer, de mit Textfragmenten gefüllt sind.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert