Schattenspiele am Fuße der Burg Hengebach

Von: Gudrun Klinkhammer
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Mit Schattenspielen in der Galerie Augenweide am Fuß der Heimbacher Burg Hengebach betreibt der Künstler Peer Krischbin in den kommenden beiden Wochen an jeden Abend ab 17.30 Uhr anderthalb Stunden „Augenwischerei“. Foto: Gudrun Klinkhammer
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Peer Krischbin initiierte das flimmernden Kunstwerks in der Galerie Augenweide in Heimbach. Foto: Gudrun Klinkhammer

Heimbach. „Hier wird heute dekoriert, was sie morgen interessiert“, ist für einige Sekunden im Schaufenster der Künstlerinitiative „Augenweide“ als leuchtende Buchstaben zu lesen. Dann beginnt ein Schattenspiel, das die Blicke der Passanten seit Donnerstagabend auf sich zieht.

Von Weitem sieht es so aus, als würden lebensechte Personen hinter mit weißen Tüchern verhängten Schaufenstern einen Raum ausgestalten, sich zwischendurch ausruhen und miteinander sprechen. Die Personen trinken, geben sich Dekorationsartikel an oder tanzen unter einem Regenschirm. Bei dieser Inszenierung handelt es sich allerdings um eine Kunst, die als „Augenwischerei“, in der Fachsprache als „Trompe-l’œil“, bezeichnet wird.

Peer Krischbin, ehemaliger Kreativdirektor einer amerikanischen Werbeagentur und Mitglied der Künstlerinitiative Augenweide, schmunzelte, als er die Filminstallation am Freitagabend vorstellte: „Das hier ist sogar eine Augenweide-Augenwischerei.“

Denn was der Passant tatsächlich sieht, das ist ein neunminütiger Film in einer anderthalbstündigen Endlosschleife. Der Film entstand in einem Raum der Internationalen Kunstakademie, die gleich in der Nähe der Galerie „Augenweide“ zu finden ist. Akademiedirektor Professor Frank Günter Zehnder stellte den Raum für die Aufnahmen zur Verfügung.

Peer Krischbin beschrieb die Vorgehensweise während der Drehzeit: „Wir stellten einen Baustrahler auf, agierten vor dem Lichtkegel und spannten zwischen den Schauspielern und der Kamera ein riesengroßes, weißes Tuch.“ So nahm die Kamera nur die Schatten der Akteure auf. Per Beamer wird der Film auf die eben mit Tüchern verhängten Schaufenster des Galerieraumes der Augenweide geworfen, auf diese Weise entsteht das Schattenspiel. Theres Kurth aus Drove führte die Kamera. Sie studiert dieses Fach derzeit in Berlin, wie Peer Krischbin zu berichten wusste. Ein Teil des Teams drehte vor gut einem Jahr auch den etwas schrägen „Heimbach-Western“, der den Titel „High Hoon“ trägt.

Bekannter Spezialist half

Als Schauspieler agierten diesmal Michael Lauscher, Hubsi Kremer und Camilla Bends sowie Hündin Vishkanya. Bei der Regie half der bekannte Filmspezialist Stephan Meyer, der den Film „Ein Sommer in Rom“ drehte. Die einzigartige Filminstallation läuft in den kommenden zwei Wochen jeden Abend zwischen 17.30 Uhr und 19 Uhr.

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