Schäferhund Elvis geht auf den Stepper

Von: Martina Rippholz
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Hinlegen und genießen: Claudia Küpper massiert ihren Schäferhund Elvis. Foto: Rippholz

Nörvenich. Vor zwei Jahren ging es Elvis richtig schlecht. Er hatte starke Schmerzen im Rücken. Jede Berührung in der Nähe der Wirbelsäule war eine Qual. Und auch das Gehen schmerzte. Also bewegte er sich nur noch humpelnd fort, zog die Hinterpfoten immer nach. Elvis ist ein Schäferhund. Und ein Heimtier.

Als Claudia Küpper aus Nörvenich-Poll den Vierpfoter 2005 aus einem Tierheim in Köln-Dellbrück holte, wurde ihr lediglich mitgeteilt, dass er Probleme mit der Hüfte habe. Doch schnell stellte sich heraus: Elvis leidet unter diverse chronische Skeletterkrankungen.

Die Symptome dieser Erkrankungen bekämpfte die 46-Jährige Anwaltsgehilfin erst einmal mit Medikamenten, die der Tierarzt verschrieb. „Aber sobald die Wirkung nachließ, fingen die Schmerzen wieder an”, erzählt sie. „Darunter litt auch Elvis Psyche.” Das wollte Claudia Küpper nicht länger hinnehmen. „Ich sagte mir, es muss etwas geben, was ich selbst für den Hund tun kann.” Und dieses „etwas” fand Küpper schließlich auch. In einer Hundezeitschrift las sie einen Artikel über einen Hundephysiotherapeuten mit dem Hinweis, dass auch Fachfremde in diesen Beruf einsteigen können.

Da zögerte Küpper nicht mehr lange. Neben ihrem Vollzeitjob in einer Kölner Kanzlei begann die 46-Jährige im Sommer 2007 eine zweite Ausbildung. Und zwar in Form eines Fernstudiums in Karlsruhe. Dort sitzt eine von zwei privaten Ausbildungsstätten für Hundephysiotherapie in Deutschland. Zuhause arbeitete sie sich durch einen prall gefüllten Leitordner mit Prüfungsthemen von Anatomie über Pathologie bis zur Physiologie. Sechs Praxisblöcke vor Ort kamen am Wochenende hinzu. Am Ende musste Küpper eine mündliche, eine schriftliche und eine Praxisprüfung bestehen und eine Hausarbeit abgeben. „Am Ende sind durchaus welche durchgefallen”, erzählt sie. „Die Kommission hat genau darauf geachtet, wer gut gelernt hat und richtig therapiert.”

Seit Sommer 2008 ist die Nörvenicher Anwaltsgehilfin nun zertifizierte Hundephysiotherapeutin mit einer mobilen Praxis. Das heißt, sie fährt abends nach Dienstschluss und am Wochenende zu den Haltern ihrer tierischen Patienten. Dort behandelt sie dann alles, was den Hund in seiner Mobilität behindert. „Hunde haben die gleichen Krankheiten wie Menschen”, erklärt Küpper und spricht von Bandscheibenvorfällen, Bänderrissen, Ödemen und Wachstumserkrankungen. Aber auch altersbedingte Leiden sind nicht selten. Osteoporose etwa oder auch Muskelschwund, wenn nach einer Operation zum Beispiel ein Bein längere Zeit nicht belastet wurde. Wie die Krankheiten entsprechen auch die Methoden Küppers der menschlichen Physiotherapie. Es gibt entspannende Massagen, Krankengymnastik, Behandlungen mit warmen und kalten Kissen, Übungen zum Muskelaufbau und Gerätetraining. So gehört sogar ein Stepper, wie man ihn aus jedem Fitnessstudio kennt, zur Therapieausrüstung der 46-Jährigen. „Meine Behandlung kann ich überall durchführen, wo Platz für eine Isomatte ist. Wichtig ist nur, dass der Hund sich dabei entspannt.”

Claudia Küpper hat nun schon bei einigen Hunden Schmerzen gelindert und ihnen so ein Stück Lebensqualität zurückgegeben. Deshalb bekommt sie viele positive Rückmeldungen von den Besitzern. „Die kannten die Hundesphysiotherapie oft noch nicht und waren überrascht, wie sich der Zustand ihres Hundes dadurch verbessert hat.” Ein Ersatz für die Schulmedizin will Küpper aber ausdrücklich nicht sein. „Ich stelle keine Diagosen. Daher ist es sinnvoll, wenn der Hund im Vorhinein von einem Arzt untersucht wurde. So kann ich gezielter behandeln.” Auch mit Elvis sucht Küpper regelmäßig einen Tierarzt auf. Mit Hilfe seines Gutachtens konnte sie ihn richtig behandeln. Und Elvis geht es seitdem viel besser.
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