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Saure Zitronen für Falschparker in Vettweiß

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Grundschüler aus Vettweiß, Polizisten und Mitarbeiter des Ordnungsamtes machten auf Gefahren auf der Straße aufmerksam. Foto: smb

Vettweiß. Eigentlich wollten Hannah, Lukas und Jannis dem Autofahrer einen Schokoladenriegel überreichen. Schließlich war er – wie es das Gesetz verlangt – vor ihrer Schule langsam gefahren. Polizist Bruno Nolden hat weniger als 30 Stundenkilometer gemessen.

Doch statt Schokolade gab es für den Autofahrer dann doch eine saure Zitrone: Als die Tür geöffnet wurde, sahen die Polizisten ein kleines Kind, das unangeschnallt und ohne Kindersitz neben dem Fahrer Platz genommen hatte. Auch ein Autofahrer, der zwar langsam unterwegs war, dann aber im Halteverbot parkte bekam erst Süßes und dann Saures.

Am Mittwochmorgen haben die drei Viertklässler mit ihren Freunden Leonard, Annike, Paula, Alina, Marina und Lilli, einigen Polizisten und zwei Mitarbeitern des Vettweißer Ordnungsamtes den Verkehr vor der Grundschule genau unter die Lupe genommen.

Wie Schulleiter Markus Klein-Uebbing betont, war es dort häufiger zu gefährlichen Situationen gekommen, weil die Eltern ihre Kinder im absoluten Halteverbot aussteigen lassen und diese die Straße dann nicht gut einsehen können. Ein vergrößertes Lotsen-Team sorgt seit einiger Zeit für einen sichereren Überweg.

Mit der „Zitronen-Aktion“ machten Polizei, Schule und Ordnungsamt am Mittwoch auf die Gefahren aufmerksam. „Ich glaube, dass die Leute sich heute Mühe geben, alles richtig zu machen“, sagte Paula Hürtgen. Schließlich sind die Kinder und die Polizisten in ihrer reflektierenden Kleidung gut zu erkennen. Und tatsächlich konnten die Kinder viel Schokolade verteilen. „Die bekommen zum Beispiel die Leute, die ihre Kinder auf dem Parkplatz rauslassen, der extra dafür gemacht wurde“, erklärte Annike Effertz. So manchem Autofahrer ist anzusehen, dass er sich kurzfristig dazu entscheidet, sein Kind an diesem Morgen auf diesen Plätzen herauszulassen. Die Kinder hoffen, dass die Aktion sie zum Wiederholen anregt.

Aber nicht alle Autofahrer haben sich an die Regeln gehalten – und nicht allen ist bewusst, dass sie im Unrecht sind. So erklärten die Mitarbeiter des Vettweißer Ordnungsamtes, dass das Verbot für die ganze Straße vor der Schule gelte, und die Kinder erklärten den Autofahrern, was sie falsch gemacht haben und wie sie es in Zukunft besser machen können. Die meisten zeigen sich einsichtig: „Die Zitrone gibt mir schon zu denken“, sagt ein jemand, der sein Kind quasi vor dem Halteverbotsschild hat aussteigen lassen.

„Der neue Parkplatz zum Herauslassen wird angenommen“, stellte Ortsvorsteher Franz Erasmi. fest, verbunden mit der Hoffnung, dass er künftig von allen Eltern angefahren wird.

Am Rande der Aktion hat Polizist Dietmar Klösgen auch einen Blick auf die Fahrräder der Kinder geworfen und ein Rad war als nicht verkehrssicher durchgefallen, weil das Rücklicht fehlte. Auch für die beliebten Roller empfiehlt die Polizei Reflektoren oder Licht.

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