Sanitärunternehmen „Hoesch Design“ feiert sein 275. Bestehen

Von: Maria Bravo
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Zeitlos elegant: Die Acryl-Badewanne „Namur“, auf der Beate Chlosta, Geschäftsführerin von „Hoesch Design“, sitzt, hinter ihr Prokurist Rolf Michel. Foto: Wildermann/Hoesch

Kreuzau. „Eine unserer Badewannen wurde als Requisite im James-Bond-Film ‚Casino Royale‘ benutzt“, erzählt Geschäftsführerin Beate Chlosta (52), während sie durch die Ausstellungshalle der Firma „Hoesch Design“ in Kreuzau-Schneidhausen geht. Links und rechts von ihr stehen hochwertige und luxuriöse Duschen und Badewannen in eckig, oval und rund.

Früher lebte in dem alten Herrenhaus aus Bruchstein die Unternehmerfamilie Hoesch, direkt daneben liegt das heutige Produktionsgelände. Dieses Jahr feiert das Unternehmen „Hoesch Design“ sein 275-jähriges Bestehen. Anlässlich des Jubiläums plant die Firma, ein Buch über den umtriebigen Familien-Clan herauszugeben.

1743 wurde die Firma von Leonhard Hoesch gegründet. Bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren die Hoeschs in der Eisenproduktion tätig. Anfang der 70er Jahre stellte die Firma dann Badewannen aus Acryl her – und das bis heute. Die Unternehmerfamilie verstand es seit dem Mittelalter, ein Wirtschaftsimperium aufzubauen.

Das Geschäft lief gut. Über Jahrzehnte wurden Wannen mit Whirlsystem und Dampfbäder ins Sortiment aufgenommen. „Baden ist nichts Alltägliches. Deshalb wollen wir es zu einem ganz besonderen Erlebnis machen“, sagt Chlosta und steigt in eine Dusche mit LED-Beleuchtung, Musiklautsprechern und Duftdüsen. Preis: ein fünfstelliger Betrag.

„Hoesch Design“ beanspruche laut Chlosta das Luxussortiment für sich. Der Clou: Die teuerste Badewanne desinfiziert sich selbst. „Zu unseren Kunden gehören Hollywood-Stars, TV-Moderatoren, aber auch große Hotels und Spas“, zählt die Geschäftsführerin auf und blättert in einem Gästebuch, das in der Besucherhalle ausliegt.

Wer eine Badewanne oder Dusche von Hoesch kaufen will, kann in einigen Ausstellungsstücken probebaden. „Regelmäßig testet auch meine zwölfjährige Tochter unsere Produkte“, ergänzt sie. Chlosta streicht liebevoll über den Rand einer Acryl-Wanne. „In unserer Branche steht ‚Hoesch Design‘ für Qualität. Wir verstehen uns als innovatives Unternehmen und legen Wert auf Nachhaltigkeit“, betont sie.

In den vergangenen Jahren erhielt die Firma diverse Auszeichnungen wie den „Red Dot Award“ und 2016 den „German Design Award“ unter anderem für das Badewannenmodell „Namur“.

In der Geschichte der Firma gab es nicht nur gute Zeiten. 2005 musste das Familienimperium Insolvenz anmelden. Der polnische Investor Wieslaw Podraza, Inhaber der „Sanplast“-Gruppe, rettete im Juli desselben Jahres das Unternehmen und übernahm die komplette Belegschaft. Die Betriebsstätte in Andernach musste geschlossen werden. Aufgrund einbrechender Exportzahlen und sich wandelnder Marktbedingungen im Sanitärbereich kam es zu zahlreichen Entlassungen.

Aktuell beschäftigt „Hoesch Design“ 80 Mitarbeiter. „Azubis haben wir zurzeit leider nicht, suchen aber immer wieder welche“, sagt Chlosta. Die schlechten Zeiten scheinen vorbei zu sein. „Hoesch Design“ verzeichnete im Geschäftsjahr 2015 einen siebenstelligen Gewinn und nach Angaben von Prokurist Rolf Michel (64) sind die Zahlen für 2016 ähnlich.

Die Firma gehört zu den größten Badewannenproduzenten in Europa und ist ein wichtiger Job-Motor für die Region. „Hoesch Design“ sieht sich nicht nur als Arbeitgeber, sondern will sich weiter „sozial engagieren wie mit Kindergartenführungen auf dem Betriebsgelände“, sagt die Geschäftsführerin. Schließlich hatten die Hoeschs stets eine Vorbildfunktion und standen für Pioniergeist.

Aber nicht jeder Einwohner ist von den Plänen des Unternehmens begeistert. Kritik kommt von SPD und den Grünen. Hintergrund: Die Firma will 20 Doppelhäuser zwischen Logistikzentrum und Mühlenteich errichten. Mit den Renditen soll unter anderem die „Rote Villa“ saniert werden. „Das Geld ist ausschließlich für die Refinanzierung des Unternehmens gedacht“, erklärt Chlosta.

Sie habe von vielen Kreuzauern positive Rückmeldungen zu den Bauplänen bekommen, sowie Anfragen von potenziellen Zuzüglern. Bisher ist aber noch unklar, ob das Bauvorhaben genehmigt wird. „Wir sind seit längerem mit der Gemeinde und dem Kreis Düren im Dialog und hoffen, dass das Vorhaben Teil des Regionalplanes wird “, sagt Chlosta.

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