Sand aus dem Outback und Spachtelmasse: Kunstausstellung im Hospiz

Von: Bruno Elberfeld
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Der stellvertretende Bürgermeister Thomas Floßdorf, Flötistin Ramona Schmitz, Malerin Petra Schulz-Thelen und Laudator Dietmar Tombeux eröffneten die Ausstellung „Farbige Vielfalt“ im Hospiz des Lendersdorfer Krankenhauses. Foto: Bruno Elberfeld

Lendersdorf. Der unbedarfte Gast, der vorher die Einladung, den Flyer und das Plakat nicht gelesen hat, könnte glauben, mehrere Künstler und Künstlerinnen hätten ihre Werke im Flur des Stationären Hospiz‘ im Krankenhaus Lendersdorf gehängt.

Das wäre nicht verwunderlich, denn Malerin Petra Schulz-Thelen aus Kerpen-Buir liebt die Vielfalt. Der Betrachter kann erst nach längerem Hinschauen entdecken, dass da tatsächlich nur eine Künstlerin am Werk war.

Das fängt ganz banal bei den Formaten an. Die Leinwände variieren zwischen klein und groß, zwischen länglich und rechteckig. Abgesehen von Leinwänden bemalt Schulz-Thelen Papier, Hart-PVC oder auch Hartfaserplatten. Ihre Materialien sind Acryl, selten Öl, Ölkreiden und Pastell. Was das Schaffen von Petra Schulz-Thelen aber ausmacht, ist ihre augenscheinliche Experimentierlust.

Langweilig

„Acryl alleine ist doch langweilig“, begründete sie ihren Hang, Neues auszuprobieren. Die Landschaft mit dem gewaltigen Felsen in der Mitte des Gemäldes ist eine Mischung aus echtem australischem Sand aus dem Outback und roter Spachtelmasse. Stillleben, meist Blumen in kräftigen Farben, begleiten den Besucher auf dem Weg zu Werken, die man als verschwommen charakterisieren könnte.

Es ist die „Nass-in-Nass-Technik“, bei der in mehreren Arbeitsgängen mit nasser Leinwand und flüssigen Farben gearbeitet wird. Angewendet werden können im Prinzip Öl, Acryl, Aquarell und andere Farben. Schulz-Thelen hat den Bildern Seelen eingehaucht. Man muss sie betrachten, muss sich Zeit und Muße nehmen, dann beginnen sie zu leben und Geschichten zu erzählen: Geheimnisvoll sind Birkenhaine, die sich im Wasser spiegeln.

Sie kommen dunkel daher, wäre da nicht das Helle der Birkenrinde. In einer „Illusionsarbeit“, einer Arbeit, in der der Besucher selbst Formen und Bewegungen entdecken kann, erwacht mittig im Baumgewirr ein Löwenkopf, ein Gebilde, geeignet für ein prächtiges Grabmal.

In vielen Werken ist die Bewegung Thema: Wellenreiter, Fahrradfahrer. An einer Wand wird es lustig: Tiere vom Pinguin bis zum Schaf, alle in verrückten Gesten und Mimiken. An der nächsten Wand sollen Menschen zur Ruhe kommen. In rauschenden Wasserfällen kann sich das Auge verlieren, muss nicht mehr auf der Suche nach Neuem umherirren. „Es ist mein Ziel, Menschen eine Art Meditationshilfe zu geben“, sagt Petra Schulz-Thelen dazu.

Die Vorlagen für ihre Gemälde findet die Malerin in der näheren Umgebung, im Hambacher Forst oder auch auf Reisen. Fotografien werden dann im häuslichen Atelier zu Kunstwerken.

Musikalisch untermalt wurde die Vernissage von Ramona Schmitz mit ihrer Querflöte.

Die Bilderschau wird bis zum 5. Januar zu sehen sein. Besuchszeiten sind dienstags, donnerstags, sonn- und feiertags von 15 bis 17 Uhr.

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