Sammelaktion für Straßenkinder in der ehemaligen Sowjetunion

Von: Bruno Elberfeld
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Helmut und Ursula Bach packen
Helmut und Ursula Bach packen seit zehn Jahren Päckchen für notleidende Kinder und Jugendliche. Anfangs ging ihre Hilfe nach Afrika, mittlerweile nach Osteuropa. Foto: bel

Birkesdorf. Das Leben des 78-jährigen Helmut Bach und seiner Ehefrau Ursula - er ehemaliger Pfarrer, sie pensionierte Volksschullehrerin - ist ganz auf Helfen eingestellt. Im Weidenpesch 78 a in Birkesdorf empfängt den Besucher ein weißes Zelt zwischen Garage und Haus. Im Inneren warten Kartons darauf, gepackt zu werden.

Im Vorratsraum stehen Kisten voller Spielzeug, angefangen vom Teddybären bis hin zu Spielesammlungen. Doch auch Süßigkeiten fehlen nicht. „Sie müssen aber natürlich haltbar sein”, betont Ursula Bach.

Auch viele nützliche Sachen des täglichen Bedarfs wie Kleidungsstücke, Bettwäsche, Tischdecken oder auch Gardinen, sauber, kaum gebraucht, werden von mitfühlenden Leuten bei Bachs abgegeben, um so schnell wie möglich den Weg nach Osteuropa zu finden und um Kinderaugen zum Leuchten zu bringen. „Wir haben das Elend gesehen und fühlen uns aus unserem Glauben heraus in der Nachfolge Christi für diese armen Kinder verantwortlich”, erklärt Helmut Bach die Motivation für ihr Projekt, Heim- und Straßenkindern in den GUS-Staaten der früheren Sowjetunion zu helfen.

Zweimal haben die Eheleute die GUS-Staaten als Begleiter eines Hilfsgütertransportes bereist. Die Bilder von Kindern mit „Schnüffeltüten” vor der Nase, die aus Heizkanälen herauskrochen, können Helmut und Ursula Bach nicht vergessen. Deshalb sammeln sie seit zehn Jahren alles, was Kinder und Jugendliche zwischen drei und 16 Jahren brauchen können und ihnen Freude macht.

Das ganze Jahr über verschicken sie Päckchen, Hochsaison ist natürlich die Weihnachtszeit. Die Päckchen werden gepackt und zum Missionswerk „Friedensbote” in Meinerzhagen gesendet. Von dort aus gehen dann Sammeltransporte Richtung Osteuropa. So kommen im Jahr viele tausend Kilometer zusammen. Der Weg ist recht sicher und das Verfahren im Verhältnis zu öffentlichen Transportmitteln preiswert.

Seit zehn Jahren sind die Bachs aktiv, zunächst in Kerpen-Sindorf, seit April dieses Jahres von ihrem neuen Wohnsitz in Birkesdorf aus. Vorher hatten sie viele Jahre Hilfe für Afrika organisiert, dann entschlossen sie sich, etwas gegen das Elend in Osteuropa zu tun. Die Staaten selbst, die Städte und Gemeinden tun wenig, hat das Ehepaar festgestellt. „Wenn Besucher aus dem Westen kommen”, erzählt Ursula Bach, „werden Straßenkinder weggesperrt, damit sie nicht das Image stören, das man gern vermitteln möchte”. „Privatinitiative vor Ort ist gefragt und diese Privatinitiative muss unterstützt werden”, ergänzt Helmut Bach.

Und die Bachs können mit Zahlen aufwarten: In zehn Jahren haben sie 17.000 Päckchen gepackt und verschickt. Allein im vergangenen Jahr waren es 2700 an der Zahl. Jedes Jahr verbrauchen Helmut und Ursula Bach 1,5 Kilometer Packpapier. Aus dem ganzen Bundesgebiet werden ihnen Sachen zugeschickt, selbst aus der Schweiz kommt Hilfe.

„Doch es reicht bei Weitem nicht”, bedauert Ursula Bach die Lage, „deshalb appellieren wir an unsere Mitbürger: Helfen Sie den Straßenkindern in den Staaten in Osteuropa!” Neben Sachspenden, insbesondere Kindersachen, hilft natürlich auch Geld. Interessierte können sich direkt an das Ehepaar Bach wenden. Helmut und Ursula Bach bitten darum, die Pakete nicht zuzuschnüren, weil sie vor Ort in Birkesdorf kontrolliert werden müssen.

Ihre Adresse lautet: Helmut und Ursula Bach, Weidenpesch 78 a, 52353 Düren-Birkesdorf, Tel. 02421/9949774.
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