Sahra Wagenknecht: Wahlkampf statt Lesung aus neuem Buch

Von: heb
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Im „Lila Salongespräch“: Sahra Wagenknecht (l.) mit Christina van Essen vom Frauenbüro. Foto: Buch

Düren. Eigentlich war es eine Lesung aus ihrem Buch „Reichtum ohne Gier“, zu der das Frauenbüro Düren geladen hatte. Und so kündigte dessen Leiterin, Christina van Essen, Sahra Wagenknecht beim 14. „Lila Salongespräch“ auch als Autorin an.

Über die in ihrem Buch vorgestellte Idee einer Marktwirtschaft ohne Kapitalismus erfuhren die Besucher in der Festhalle Birkesdorf letztlich jedoch wenig. Im Schatten der anstehenden Wahlen nutzte die Fraktionschefin der Linken im Bundestag die Gelegenheit vor allem zum Dialog mit dem Publikum.

Kurz las Wagenknecht zum Auftakt aus dem Vorwort ihres Buches, welches den „gesellschaftlichen Verfall“ und eine „Zeit aus den Fugen“ skizziert. Das Credo des Abschnitts: Der Status quo sei das Schreckensszenario, und die mutige Antwort müsse eine neue Wirtschaftsordnung sein. Während der anschließenden Fragen schilderten viele der Zuhörer der Linken-Politikerin die Herausforderungen ihres Alltags.

Als Antwort auf die Probleme der Menschen benannte Wagenknecht immer die Überwindungen sozialer Ungerechtigkeit. Die Verantwortlichen seien „Finanzinvestoren, Hedgefonds und Erbendynastien“. Besonders die Erben griff sie dabei immer wieder scharf an. „Bei einer Regierungsbeteiligung der Linken arbeiten wir dafür, dass die BMW-Erben mit ihrem Geld nur noch 700.000 statt drei Millionen am Tag verdienen“, kündigte sie an.

Angesprochen auf eine mögliche rot-rot-grüne Koalition tätigte die Spitzenfrau der Linken eine klare Aussage: „Mit sieben Prozent werde ich in keine Regierung gehen“, versprach sie. Ein Festhalten am Status quo mit „kleinen kosmetischen Änderungen“ werde sie nicht mittragen.

Aus dem Publikum erhielten vor allem ein leidenschaftliches Plädoyer für mehr Rente und Kindergeld sowie ein emotionaler Aufruf einer behinderten Berufsanfängerin großen Applaus. Wagenknecht selbst erntete für die Aussage „Wir leben im Zustand legalisierter Korruption“ den größten Zuspruch. Mit diesem griff sie Parteispenden und Anschlussbeschäftigungen in der freien Wirtschaft für Politiker an.

Und dank einer Frage aus dem Publikum erfuhr man dann am Ende doch ein wenig über das Thema ihres Buches. Ihre Vision sei eine Marktwirtschaft ohne Kapitalismus, in der die Unternehmen den Beschäftigten statt Finanzinvestoren gehören. Die private Macht über wirtschaftliche Ressourcen will sie beschränken. „Die SPD wird ihr soziales Herz nach der Wahl wieder vergessen“, griff sie abschließend Martin Schulz an – das Thema soziale Gerechtigkeit will sie offensichtlich nicht der SPD überlassen.

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