Sagenhaftes über die Eifel

Von: Beate Weiler-Pranter
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Sie erzählt alte Märchen neu: Ulrike Schwieren-Höger. Foto: Weiler-Pranter

Nideggen. Märchen, Mythen und Musik... Diese Themen faszinierten zwei Menschen viele Jahre. Völlig unabhängig voneinander. Als sich ihre Wege kreuzten, entstand die Idee einer „musikalischen Lesung” über die sagenhafte Eifel. Das gemeinsame Programm „Von Liebe, Sehnsucht und Magie” hat kommenden Samstag in der Kapelle auf Burg Nideggen Premiere: Alte Märchen, neu erzählt und musikalisch interpretiert.

Nach seinem Umzug von Kreuzau nach Abenden beschäftigte sich der Komponist und Bluesmusiker Heinz Küppers, der gerade sein neues Programm „Leise Lieder am Klavier” in Düren vorstellte, verstärkt mit der Eifel. „Ich liebe den Wald, die Rur und die Stille”, verrät er. Sein Ziel war es, die tradierten Geschichten der Region zu bündeln und - musikalisch untermalt - neu zu beleben. „Vergangenes ist nicht vergangen. Märchen, Mythen und Sagen haben immer einen zeitlosen Kern.”

Als die Journalistin Ulrike Schwieren-Höger von Küppers Plan hörte, war sie Feuer und Flamme. „Ich habe sofort nach passenden Geschichten gesucht.”, präzisiert die Autorin, die gerade an ihrem achten Buch arbeitet. Bereits bei früheren Recherchen zu ihren Reisebüchern und Bildbänden hatte die Vlattenerin von alten Eifel-Sagen gehört und diese Fragmente zusammengetragen. „Oft bestanden diese überlieferten Geschichten nur aus fünf Sätzen.” Nun forschte sie in der Bibliothek des Eifelvereins auf Burg Mayen oder bei thematischen Führungen durch die Stadt Aachen gezielt zu dem Thema, um die von ihr neu erzählten Märchen mit „Zeitgeist anzufüttern.”

Eingebettet ist die Lesung der sechs Geschichten, in denen sprechende Tiere, Feen und Königskinder erscheinen, in eine „Musik-Zeitreise”, wie Heinz Küppers erklärt. „Durch das Klangbild wollen wir Assoziationen wecken und die Zeitlosigkeit der Geschichten unterstreichen.” Dementsprechend werden Werke aus dem 16. Jahrhundert ebenso zu hören sein wie Kompositionen von Paul Hindemith oder der Rolling-Stones-Klassiker „As Tears Go By”.

Verstärkt durch die „Vorleserin” Brigitta Lentz, eine Journalistin mit Moderations-Erfahrung, wurde an der dichten Programmabfolge gefeilt. „Mit dem Farbklang ihrer Stimme gelingt es Brigitta Lentz, eine geheimnisvolle Atmosphäre zu vermitteln”, freuen sich die Organisatoren über das Zusammenspiel von Text, Sprache und Musik. Mit Monika Hesse (Gitarre), Sibylle Nöllgen (Celloy) und Susanne Rögele (Blockflöten/Gitarre) konnte Heinz Küppers (Bass) zudem ein engagiertes Ensemble für das Projekt gewinnen.

Ulrike Schwieren-Höger, die das Programm mit Gitarre und Flöte auch musikalisch untermalen wollte, muss am Samstag allerdings im Zuschauerraum Platz nehmen: Bei Schnee und Eis stürzte sie so unglücklich, dass sie zweimal an der Hand operiert werden musste.

Ihren Part übernimmt nun Profi-Musiker Reiner Neumann. „Unser Projekt war vom Wunsch beseelt, realisiert zu werden. Diesmal ist für mich eben nur zugucken angesagt,”, meint Schwieren-Höger mit einer gehörigen Portion Galgenhumor.
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