Sänger sorgen sich um die Zukunft der Chöre

Von: gkli
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Die Mitglieder des gemischten Chores und des Frauenchores der Pfarre St. Josef Huchem-Stammeln hoffen, dass sie bald unter neuer Leitung weitermachen können. Foto: Gudrun Klinkhammer

Huchem-Stammeln. Besucher und Aktive, die die Hintergründe des Chorkonzertes am Sonntagnachmittag in St. Josef kannten, hatten ein mächtig mulmiges Gefühl in der Magengegend. Denn die Zukunft der beiden Chöre in Huchem-Stammeln steht derzeit in den Sternen.

Abschied nach 33 Jahren

Nach 33 Jahren legt die verdiente und sehr beliebte Chorleiterin Irmgard Hafenrichter die Leitung sowohl des gemischten Chores als auch des Frauenchores der Gemeinde Ende Januar aus Altersgründen nieder. Die Nachfolge ist noch nicht geklärt, obwohl alle Seiten bemüht sind, die gut besetzten und auch von der Altersstruktur her gut aufgestellten Chöre nicht sterben zu lassen.

Die Stimmen vor dem Konzert gingen alle in die gleiche Richtung: „Es muss weitergehen“. Martina Wirtz-Schütte, 57 Jahre alt und seit elf Jahren im gemischten Chor aktiv, sagte mit sorgenvoller Mine: „Wenn die Chormusik stirbt, dann stirbt ein großer Teil des Gemeindelebens.“ Sie äußerte den Wunsch, dass es ohne Bruch weiter gehen möge und ein geeigneter Chorleiter gefunden werde. Ähnliches formulierte Eva Kuhnen, 19 Jahre alt und seit zwei Jahren in beiden Chören unterwegs: „Schon als Kind sang ich in einem Chor, das ist mein Leben. Es bedeutet Ablenkung vom Alltag und schöne Gemeinschaft, das darf nicht wegfallen.“

Für die 74-jährige Marianne Franken, die seit 18 Jahren in Huchem-Stammeln singt, bedeutet der Chorgesang sogar Therapie. Sie erfuhr: „Nach meiner schweren Krankheit half mir das Singen und die Gemeinschaft wieder auf die Beine. In einem Chor singen, das ist Atmung, Entspannung und Gemeinschaft.“

Große Disziplin

Die scheidende Chorleiterin Irmgard Hafenrichter ging das Konzert mit der besonders großen Disziplin an, für die sie bekannt und so geachtet ist. Bevor sie am Sonntag den ersten Ton angab sagte sie: „Wie immer habe ich die Hoffnung, dass es ein so gutes Konzert wird, wie wir uns das vorstellen.“

Die Chorarbeit, so berichtete die 67-jährige Mutter von drei Kindern weiter, habe ihr immer viel Spaß gemacht und viel gegeben. Irmgard Hafenrichter, die einst in Aachen das C-Examen der Kirchenmusik ablegte, weiß: „Das Orgelspiel und die Chorleitung, das war immer mein Ding, das hat mein Leben tagtäglich bestimmt.“ Gemeinsam mit verschiedenen Chorgruppen fuhr die Chorleiterin nach Venedig, Zürich, London, Paris und Wien, was enorm zusammenschweißte. Sie äußerte den Wunsch: „Ich möchte mit einem guten Gefühl gehen und hoffe, dass mit den Chören alles gut weitergeht.“

Besucher begeistert

Das Konzert verlief ausgezeichnet. Die Besucher in der bestens besuchten Kirche waren begeistert. Die Chöre überzeugten mit exaktem, gefühlvollem und gut aufeinander abgestimmtem Gesang.

Die beiden Geigerinnen Roswitha Kuhnen und Brigitte Petrovitsch sowie die beiden Gesangssolisten Katharina Bergrath und Wolfgang Tombeux gefielen mit glänzenden Leistungen ebenso wie Johannes Esser an der Orgel, der dezent und elegant zu registrieren und zu spielen wusste.

Die die Musikstücke verbindenden Texte sprach Michael Müller, die Moderation übernahm Bernd Hafenrichter. Pfarrer Andreas Galbirz bekundete nach dem Konzert ebenfalls seinen Willen, die beiden Chöre in eine gute Zukunft führen zu wollen.

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