Sänger Joris: Tolle Stimmung an einem „magischen Ort“

Von: Sandra Kinkel
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Jung, dynamisch, sympathisch: Joris eroberte die Herzen seiner Fans im Sturm.
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Knapp 1500 Menschen genossen eine einzigartige Konzertatmosphäre auf der Burg Nideggen, als Joris spielte. Schon am Freitag waren 1000 Menschen gekommen, obwohl Gregory Porter nicht aus den USA ausreisen konnte. So spielte seine Band alleine. Foto: Sandra Kinkel/Harald Krömer

Nideggen. Der Plan von Katrin Liesen und Irina Slatosch hat perfekt funktioniert. Die Oberstufenschülerinnen der St.-Angela-Schule aus Düren, beide 16, sitzen mit ihren Freundinnen auf einer Picknick-Decke im Innenhof von Burg Nideggen – gleich vor der Bühne.

„Wir waren um kurz vor halb sechs hier, weil wir unbedingt ganz vorne sein wollten. Das hat geklappt.“ Katrin und Irina sind Joris-Fans, genau wie die knapp 1500 anderen Leute, die am Samstagabend zur Burg Nideggen gekommen sind. Es ist Tag zwei der „Bühne unter Sternen“. Und die Stimmung bei den Festspielen auf Burg Nideggen ist schon zwei Stunden vor Konzertbeginn perfekt. „Joris singt einfach schöne deutsche Lieder“, sagt Katrin Liesen. „Das ist Deutsch-Pop in seiner besten Form. Ich wünsche mir gleich auf jeden Fall ‚Schneckenhaus’, ‚Bis ans Ende der Welt’ und ‚Herz über Kopf’. Da können wir auch so richtig laut mitsingen.“ So viel sei vorab verraten: Alle drei Lieder haben Katrin und die anderen Fans gehört.

Joris (26) und seine Bandkollegen sind entspannt. Hoch oben im Damenturm von Burg Nideggen haben sie blaue Hängematten aufgehängt und genießen bei herrlichstem Spätsommerwetter einen Blick über die Eifel. Ruhe vor dem Sturm oder besser vor dem Abschlusskonzert der „Hoffnungslos Hoffnungslos“-Sommertour.

„Der Ort ist magisch“, so Joris vor dem Konzert im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir haben zwar schon in solch alten Gemäuern gespielt. Aber so gut erhalten wie hier waren die Burgen bisher nicht.“ Für ihn sei dieser Abend unglaublich emotional. „’Hoffnungslos Hoffnungsvoll’ ist mein erstes Album, das war meine erste Tour. Das ist schon etwas Besonderes heute hier für mich.“

Freudige Erwartung

Es ist 20 Uhr, der Innenhof von Burg Nideggen ist gut gefüllt, man spürt die freudige Erwartung der Menschen, die übrigens aller Altersstufen sind. „Ich habe keine Kinder“, sagt Marianne Schmieding auf die Frage, ob sie ihre Tochter oder ihren Sohn zum Joris-Konzert begleitet. „Ich bin heute hier, weil ich die Musik einfach nur toll finde. Und die Texte sind auch gut.“ Stimmt, der Sänger hat eine Botschaft. Er erzählt den Konzertbesuchern beispielsweise von Ansbach. „Wir haben auf diesem Festival, wo es einen Anschlag gegeben hat, gespielt. Das war schrecklich. Aber wir dürfen uns nicht von Pegida, Legida und der AfD einreden lassen, dass die Menschen, die vor Not und Gewalt geflüchtet sind, für uns eine Gefahr darstellen.“ Er habe als Kind mit Flüchtlingen Basketball gespielt. „Ich komme genau wie Ihr aus Nordrhein-Westfalen. Für uns war doch Nächstenliebe immer selbstverständlich. Daran müssen wir uns erinnern. Nehmt Euch alle einmal in den Arm.“

Die Stimmung auf dem Konzertgelände wird immer besser. Die Menschen jubeln, singen mit, klatschen – der Abend könnte vermutlich immer so weitergehen. „Es ist großartig“, sagt Jennifer Palmen. „So toll habe ich es mir nicht vorgestellt.“

Toll war auch bereits der Freitagabend auf Burg Nideggen, und das, obwohl Sänger Gregory Porter die Ausreise aus den USA verweigert wurde. „In seinem Pass“, sagt Konzertveranstalter Christian Mourad, „war keine freie Seite mehr. Und deswegen hat er keinen Ausreisestempel bekommen.“ Porters Band mit Jahmal Nichols (Bass), Emanuel Harrold (Schlagzeug), Albert Chip Crawford (Piano) und Saxofonistin Lakecia Benjamin war da und hat vor knapp 1000 Leuten eine Stunde gespielt. Und das, obwohl die Musiker auch eine echte Odyssee hinter sich hatten und zum Teil ohne Gepäck in der Eifel angekommen waren.

„Das Publikum hat toll reagiert“, so Landrat Wolfgang Spelthahn, der am Freitagabend um 18 Uhr die Menschen persönlich in Empfang genommen hat. „Alle hatten Verständnis, keiner hat geschimpft. Das war großartig.“ Spelthahn hofft, dass es auch 2017 wieder eine „Bühne unter Sternen“ in Nideggen gibt.

„Das Interesse ist groß“, sagt der Landrat. „Das haben wir gesehen. Es wäre ein großer Fehler, diese Veranstaltung nicht fortzusetzen.“

Das Konzert mit Gregory Porter wird bereits am Mittwoch, 14. September, 20 Uhr, in der Arena Kreis Düren, Nippesstraße 4 in Düren,  statt. Alle Tickets behalten ihre Gültigkeit. Zudem gibt es noch Entrittskarten an der Abendkasse. Natürlich können die Tickets für den geplanten Auftritt in Nideggen auch dort zurückgegeben werden, wo sie gekauft worden sind. Mehr Infos: www.buehne-unter-sternen.de

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