Langerwehe - Säckchen mit Lavendel für den guten Zweck

Säckchen mit Lavendel für den guten Zweck

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
Viele bunte Lavendelsäckchen
Viele bunte Lavendelsäckchen für einen guten Zweck: Die zwölfjährige Anne Hilden aus Langerwehe verkauft die Säckchen. Das Geld wird in Wasserpumpen für Menschen im Sudan investiert. Foto: Röber

Langerwehe. Wenn Anne Hilden darüber spricht, was sie macht, klingt das alles ganz einfach. Sie hat eine Idee gehabt, diese in die Tat umgesetzt, und jetzt ist sie eine von 21 Unicef-Juniorbotschafterinnen, die am 18. Juni zur großen Preisverleihung in die Frankfurter Paulskirche eingeladen sind.

Ganz so einfach war es aber nicht, denn hinter dem Projekt der Zwölfjährigen steckt jede Menge Arbeit.

Es ist eine Weile her, da hat sich Anne Hilden eine Reportage im Fernsehen angeschaut. Es ging um ein Mädchen- passenderweise ebenfalls zwölf Jahre alt - aus dem Sudan, das täglich sechs Kilometer gehen musste, um an Wasser für die Familie zu gelangen. „Da habe ich mir überlegt, was ich tun kann”, sagt Anne Hilden, die die Klasse 6d des Wirteltor-Gymnasiums besucht. Ihre erste Idee war: Wasser sparen, also weniger duschen. Diese Idee ist zwar ebenfalls keine schlechte, Unicef hätte das aber wahrscheinlich wenig beeindruckt.

Aber Anne Hilden hatte eben noch eine andere Idee, bei der Kommissar Zufall ein klein wenig nachhalf. Die Zwölfjährige ist leidenschaftliche Tänzerin bei der Eschweiler Karnevalsgesellschaft Löwengarde und trainiert dort bis zu viermal wöchentlich. Für die Uniform musste da ein Lavendelsäckchen her. Als Schutz vor Motten. Und da Anne Hilden gerne näht (diese Leidenschaft hat sie von der Großmutter „geerbt”), machte sie sich selbst an die Arbeit.

Wo sie einmal dabei war, entstand der Gedanke, diese Lavendelsäckchen zu verkaufen - für einen guten Zweck. Eine Freundin machte Anne Hilden auf die Unicefseite im Internet aufmerksam. Anne Hilden entdeckte ein Projekt, das sehr gut passte: Wasserpumpen für Menschen im Sudan.

Ein Euro kostet ein Säckchen, rund 650 Stück hat sie bereits verkauft. Bei einer Fertigungszeit von rund 30 Minuten pro Säckchen kommt eine stattliche Anzahl an Arbeitsstunden zusammen. Und eine stattliche Summe für einen guten Zweck. Etwa 375 Euro kostet eine Wasserpumpe. Rund 250 Menschen können damit mit Wasser versorgt werden.

„Ich hätte nie gedacht, dass ein Mensch allein so etwas erreichen kann”, sagt die Zwölfjährige. Sie verkauft die Säckchen in der Schule, in der sogar im Lehrerzimmer ein Aushang gemacht wurde. Sie verkauft sie Geschäft der Familie in Langerwehe. Anfangs zog sie alleine in Langerwehe los und sprach Menschen auf der Straße an. Ebenfalls mit Erfolg. Nicht zu vergessen das Frühlingsfest, bei dem sie kürzlich gar 140 Stück an Mann und Frau brachte.

Zwei oder sogar drei Wasserpumpen für die Menschen im Sudan möchte sie zusammenbekommen. Auch wenn ihre Mutter mit einem Augenzwinkern anmerkt, dass es beinah überall im Haus nach Lavendel rieche. Am 18. Juni geht es nach Frankfurt zur Preisverleihung. Aus 150 Einsendungen wurden die besten 21 eingeladen. Die Sieger werden am Tag der Preisverleihung verkündet. Allerdings weiß Anne Hilden bereits, dass sie nicht unter den ersten fünf steht. Preise gibt es dennoch zu gewinnen. Wer möchte, kann Anne Hilden unterstützen und für ihr Projekt stimmen.
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