Düren - Rutschpartien machen nicht jedem Spaß

Rutschpartien machen nicht jedem Spaß

Von: Martina Rippholz und Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
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Spaß im Schnee: Sina, Gina, Sara, Dennis und Jens (von links) stürzten sich am Montag ins Vergnügen. Foto: Röber

Düren. „Auf die Plätze, fertig, los.” Für Sina, Dennis, Gina, Sara und Jens konnte es am Montag gar nicht schnell genug gehen. Die fünf Freunde aus Merzenich waren dick in Mäntel, Mützen und Handschuhe eingepackt, sprangen auf ihre Schlitten und sausten los - um die Wette, wer als Erster unten ankam.

Die Jungen und Mädchen hatten riesigen Spaß an der weißen Pracht. Vor allem, weil Schneefälle in dieser Gegend längst nicht mehr an der Tagesordnung sind. Die achtjährige Gina strahlte über das ganze Gesicht, als sie den Minihügel hinunter rauschte. Kein Wunder, fuhr sie doch zum allerersten Mal überhaupt Schlitten. Doch nicht jeder teilte ihre Freude.

Nur Blechschäden

Schneeglätte und vereiste Fahrbahnen machten etwa den Autofahrern im Kreis Düren am Montagmorgen schwer zu schaffen. Zwölf winterbedingte Unfälle zählte die Polizei bis zum Mittag. Glücklicherweise blieb es bei Blechschäden, Verletzte gab es keine. Dass es bei diesem starken Wintereinbruch größtenteils glimpflich ausging, dafür ist unter anderem die regionale Straßenmeisterei verantwortlich.

Alle sechs Streu- und Räumfahrzeuge der Meisterei Jülich und zusätzlich ein siebtes von einem externen Unternehmen sind momentan rund um Düren pausenlos im Einsatz. Im Schichtdienst sorgen 27 Männer von 2.30 Uhr in der Frühe bis in den späten Abend für freie Straßen. Für eine Runde durch das gesamte Einsatzgebiet benötigten die Streufahrzeuge am Montag rund 100 Tonnen Salz.

Zum Vergleich: An üblichen Schneetagen sind es lediglich 18 Tonnen. „Das sind schon ungewöhnliche Mengen”, sagt Norbert Krüttgen, stellvertretender Leiter der Jülicher Straßenmeisterei. „Trotzdem ist es für so viel Schneefall im gesamten Bezirk relativ ruhig geblieben. Wir haben keine Notanrufe erhalten, weder von Privatleuten noch von der Polizei.”

Aber nicht nur die Straßenmeisterei war wacker mit dem Räumen von Schnee beschäftigt. Hausbesitzer und Mieter packten Schneeschaufel und Salz aus, um Stürze vor der eigenen Türe zu vermeiden. Es wurde kräftig gefegt und gestreut.

Die fünf Merzenicher Kinder haben mit solchen Arbeiten nichts zu tun. „Erster”, schrie Dennis mit einem breiten Grinsen, als er einmal mehr schnell wie die Feuerwehr den kleinen Hang hinter sich gelassen und seine Freunde erstmal mit einer ordentlichen Ladung Schnee eingedeckt hatte.

Apropos Feuerwehr. Auch die zog ein durchweg positives Fazit. Im gesamten Kreis Düren sei es lediglich zu fünf Stürzen gekommen, nach denen die Betroffenen ins Krankenhaus gebracht werden mussten, teilte Kreissprecher Josef Kreutzer mit.

Fünf bis 15 Zentimeter Neuschnee im Dürener Flachland: Das ist selbst für Wetterexperte Karl-Josef Linden aus Zülpich in der Eifel ein außergewöhnliches Ereignis. „Das gab es das letzte Mal im Winter 1996/97. Damals lagen in Nörvenich an Silvester 14 Zentimeter Schnee”, sagt er.

Und das sei auch das einzige Mal in den vergangenen 20 Jahren gewesen, dass im flachen Land so viel Neuschnee gemessen wurde. Ein wahres Jahrzehntereignis im Kreis Düren also. Eins, das die Kinder aus Merzenich damals nicht erlebt haben. Sie waren zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht geboren oder noch nicht im richtigen „Schlittenalter”.

Geht es nach Sina, Dennis, Gina, Sara und Jens aus Merzenich, dürfen auch in den nächsten Tagen weiter viele Schneeflocken vom Himmel rieseln. Das Quintett hat aus den vergangenen Jahren nämlich noch einiges nachzuholen und würde gerne auch nach der Schule, die am Mittwoch beginnt, wieder ab auf die Minipiste und Schlitten fahren.
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