Rurwelle: SPD fordert Verkauf, doch die CDU lehnt ab

Von: Jörg Abels
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Sorgenkind der „Rurwelle” ist der Saunabereich: Statt der erhofften 30.000 Besucher kamen 2008 nur gut 16.000 Gäste. Foto: Archiv

Kreuzau. Wenn Jens Bröker über das Freizeitbad Rurwelle in Kreuzau spricht, schwillt dem SPD-Fraktionschef und Landratskandidaten der Kamm. „Das Bad ist ein Fass ohne Boden.

Seit der Übernahme durch den Kreis Düren im Jahr 2003 wurden bis Ende 2007 über 16,5 Millionen Euro öffentlicher Mittel aus dem Sondervermögen der kreiseigenen RWE-Aktien vernichtet”, betont Bröker, das für 2008 prognostizierte Defizit aus dem laufenden Betrieb nicht mitgerechnet.

„Das muss ein Ende haben.” Trotz der millionenschweren Investitionen, zuletzt in die Textilsauna, sei das Bad nicht zum angekündigten Tourismusmagneten geworden. „Wir sind überzeugt davon, dass das Freizeitbad mit dem Kreis als Eigentümer keine Zukunft hat. Der Verkauf ist die einzige vernünftige Lösung.”

Ein einstimmig in der SPD-Fraktion gefasster Antrag fand am Dienstag im Aufsichtsrat der das Bad betreibenden Beteiligungsgesellschaft des Kreises Düren jedoch keine Zustimmung. Mit Mehrheit beschlossen CDU und FDP, dem Freizeitbad mit einer neuen Betriebsführung eine weitere Chance zu geben.

Ein Verkauf sei nach einem Gutachten sinnlos, solange nicht das Potenzial des Bades ausgeschöpft sei. Bereits ab Mitte/Ende Februar soll die bundesweit tätige und mit einem Zweijahresvertrag ausgestattete „Monte Mare Bäder-Betriebsgesellschaft” versuchen, das Defizit in Kreuzau zu minimieren, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende und Landrat Wolfgang Spelthahn.

Mit 218.000 Besuchern konnte die „Rurwelle” in 2008 ihre Besucherzahl zwar um rund 20 Prozent steigern und das Defizit im Vergleich zum Vorjahr verringern, doch wird gegenüber dem Wirtschaftsplan immer noch ein Minus von 800.000 Euro erwartet. Nach einer Marktanalyse hat der Schwimmbadbereich sein Potenzial bereits nahezu ausgeschöpft. Sorgen bereitet aber noch die Sauna, die 2008 statt der erhofften 30.000 Besucher nur gut 16.000 anlockte. Der neue Betreiber, so Spelthahn, wolle versuchen, mit einem mehr auf Wellness und Gesundheit fokussierten Marketingkonzept, deutlich mehr Besucher anzulocken.

Die SPD bewertet den Wechsel der Betriebsführung als weiteren Versuch, Zeit zu gewinnen. Die Vernunft gebiete aber, in der Rurwelle kein weiteres Geld zu versenken”, so Bröker. Von weiterer Geldvernichtung kann für Landrat Spelthahn keine Rede sein. Er verweist auf einen erfolgsabhängigen Vertrag mit der Betriebsgesellschaft, die schon allein deshalb an einer positiven Entwicklung interessiert sei.

Im Übrigen seien die künftigen Betriebskosten von jährlich 150.000 Euro geringer als bisher. Spelthahn hofft weiter auf eine schwarze Null im operativen Geschäft des Bades, verweist gleichzeitig aber auf eine für das Schwimmleistungszentrum in Jülich erstellte, unabhängige Studie, die besagt, dass ein Bad mit Daseinsfürsorge-Auftrag mit Blick auf die Investitionen nicht ohne Defizit betrieben werden kann.
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