Rurtalbahn: Vom Mittelständler zum „Global Player“

Von: Jörg Abels
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Seit 2011 im Einsatz: Die neuen, klimatisierten Triebfahrzeuge vom Typ „Regio Shuttle“ fahren mindestens bis zum Jahr 2024 auf der Strecke Düren - Heimbach. Sie sind Nachfolger der „Regio Sprinter“. Foto: Jörg Abels
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Feierten mit Höhner-Sänger Henning Krautmacher (2.v.l.) 20. Geburtstag: die Rurtalbahn-Geschäftsführer Guido Emunds (l.), Hans-Peter Nießen, Achim Schmitz (r.) und der Aufsichtsratsvorsitzende, Landrat Wolfgang Spelthahn (Bildmitte). Foto: Jörg Abels

Kreis Düren. Die nackten Zahlen sind beeindruckend. Als die Deutsche Bundesbahn Anfang der 1990er Jahre die Strecken Düren-Jülich und Düren-Heimbach stilllegen wollte, zählte sie 1700 Fahrgäste am Tag. Heute, 20 Jahre später, befördert die Rurtalbahn zwischen Linnich und Heimbach täglich mit 7400 Fahrgästen mehr als viermal so viel.

Vor dem Einstieg der R.A.T.H. GmbH im Jahr 2003 verzeichnete die Rurtalbahn einen Jahresumsatz von zwölf Millionen Euro, im Jahr 2012 lag der Umsatz der kompletten Rurtalbahn-Gruppe bei 120 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter stieg in den vergangenen zehn Jahren von 100 auf rund 450, die Zahl der Triebfahrzeuge von 17 auf 68, die der Loks von zwei auf 27.

„Aus dem mittelständischen Unternehmen ist längst ein ‚Global Player‘ geworden“, sprach Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Spelthahn bei einer kleinen Feierstunde aus Anlass des 20. Geburtstages in der Arena Kreis Düren von einer einzigartigen Erfolgsgeschichte. Dabei erinnerte er vor allem an zwei „historische Weichenstellungen“.

Mit dem Kreis Düren übernahm 1993 erstmals in Deutschland eine Kommune eine Bundesbahnstrecke. Die erste Rurtalbahn ging am 23. Mai 1993 auf ihre Jungfernfahrt, damals noch unter dem Logo der Dürener Kreisbahn. Die später das Erscheinungsbild prägenden Regio-Sprinter wurden bestellt, Strecken und Haltepunkte mit 90-prozentiger Landesförderung sukzessive ausgebaut.

Die zweite wegweisende Entscheidung war die Privatisierung im Jahr 2003. Ohne diesen Schritt, wäre eine Expansion über die Kreisgrenzen hinaus nicht möglich gewesen, vor allem nicht der Einstieg in den Frachtverkehr. „Der Verkauf von 74,9 Prozent der Anteile an die R.A.T.H.-Gruppe war ein Glücksgriff“, betonte Spelthahn und dankte den Geschäftsführern für ihren großen persönlichen und finanziellen Einsatz, aber auch dafür, dass sie ein Herz für die Region bewiesen und am Hauptstandort Düren zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen haben.

Über die 50-prozentige Tochter VIAS GmbH ist die Rurtalbahn seit Jahren auf der Odenwaldbahn- und der Rheingaulinie im Rhein-Main-Gebiet unterwegs, mit der Rurtalbahn Benelux und der zuletzt 2011 gegründeten Rurtalbahn Cargo GmbH wurde der Fachtverkehr intensiviert. „Wir sind heute mit eigenen Zügen in Deutschland, den Niederlanden und in Belgien unterwegs und steuern alle großen Häfen an der Nordsee an“, betont Geschäftsführer Achim Schmitz. „Mit Partnern fahren wir bis nach Polen und ans Schwarze Meer“. 2012 wurden bereits drei Millionen Tonnen Güter transportiert.

Wie sich die Rurtalbahn weiterentwickelt, ist derweil offen. Ob die vom Unternehmen angestoßenen Containerterminal-Pläne Realität werden, bleibt abzuwarten. „Ich bin mir aber sicher, dass wir auch die weitere Wachstumsphase meistern werden“, betonte Spelthahn.

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