FuPa Freisteller Logo

Rurtalbahn: Männer gingen untergehakt auf dem Gleis

Von: heck/pol/red
Letzte Aktualisierung:
000005005249baa7_2016_01_19unf0009.JPG
Wie konnte es zu dem tödlichen Vorfall kommen? Polizei und Feuerwehr am Unfallort. Foto: Stephan Johnen

Düren. Nach dem Tod zweier Männer auf der Bahnstrecke der Rurtalbahn in Düren am Dienstagabend hat die Polizei am Donnertag erste Hinweise auf die Hintergründe veröffentlicht. Ein Triebwagen hatte die beiden 31 und 65 Jahre alten Männer erfasst, als sie auf den Gleisen gingen. Es war der dritte Zwischenfall mit Todesfolge in der Geschichte der Bahn.

Die Frage, was die beiden Getöteten um 21.30 Uhr auf den Schienen suchten, steht nach wie vor im Mittelpunkt der Ermittlungen der Polizei. Was zunächst nach einem klaren Unfall aussah, gewann während der Aufnahme durch das zunächst zuständige Verkehrskommissariat an Brisanz. Die Aussage eines Zeugen des schrecklichen Geschehens ließ die Vermutung zu, dass die Männer möglicherweise bewusst aus dem Leben scheiden wollten. Das Kriminalkommissariat übernahm die Ermittlungen.

Am Donnerstagvormittag nun ging die Polizei Düren mit den neuesten Erkenntnissen an die Öffentlichkeit: Nach der Auswertung von Zeugenaussagen und Spuren gehen die Ermittler „nunmehr doch von einem tragischen Unfallgeschehen“ aus.

„Demnach bewegten sich die beiden Männer aus Düren und Nörvenich untergehakt im Gleisbett vom Bahnübergang Tivolistraße in Richtung Bahnübergang Rurstraße, als sie von dem ihnen aus Richtung Bahnhof Düren entgegenkommenden Zug erfasst wurden“, heißt es im Bericht der Polizei. Die Unfallstelle befinde sich in Fahrtrichtung des Zuges hinter einer starken Linkskurve.

Auch zu den Hintergründen gibt es mittlerweile Erkenntnisse. Es lägen „konkrete Anhaltspunkte“ dafür vor, dass das Unfallgeschehen „maßgeblich durch erhöhte Alkoholkonzentration und möglicherweise auch Betäubungsmittelkonsum bei beiden Männer beeinflusst“ worden sei. Die entsprechenden Untersuchungsergebnisse der Rechtsmedizin Köln liegen jedoch noch nicht vor.

Zumindest eine gute Nachricht gibt es über den traurigen Erkenntnissen doch: Der Lokführer, der bei dem Unfall einen Schock erlitten hatte, konnte das Krankenhaus mittlerweile verlassen. Trotz einer Notbremsung hatte er nicht mehr verhindern können, dass die Männer erfasst und bis zum Bahnübergang mitgeschleift wurden.

Der Notarzt konnte nur ihren Tod feststellen. Die Bahnstrecke und die Tivolistraße waren zwei Stunden lang gesperrt. Der Zug wurde abgeschleppt. Die 13 Passagiere des Zuges blieben bei der Vollbremsung unverletzt. Sie wurden mit Bussen und Taxen an ihre Ziele gebracht.

Der tödliche Vorfall ist der dritte in der Geschichte der Rurtalbahn, die seit 1993 von Jülich nach Heimbach fährt. Vor 20 Jahren hatte ein Triebwagen zwischen Birkesdorf und Arnoldsweiler ein Auto auf den Bahngleisen erfasst. Zwei Insassen wurden dabei getötet, zwei weitere schwer verletzt. Bei dem zweiten tödlichen Unfall wurde eine Frau überfahren, die trotz geschlossener Schranke noch einen Bahnübergang überqueren wollte.

Leserkommentare

Leserkommentare (19)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert