Rurtal-Schulleiter in "Unruhestand" verabschiedet

Von: Gudrun Klinkhammer
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Aus den Händen von Regierungsschuldirektor Rolf Heesel nahm Franz Holtz (re.) seine Verabschiedungsurkunde entgegen. Foto: gkli

Düren. „Du packst das“, stand auf dem knallrot eingewickelten Geschenk, das Franz Holtz am Donnerstagmittag im Musiksaal des Rurtal-Gymnasiums (RTG) entgegennahm. Die vergangenen sechs Jahre hat der 65-jährige Englisch- und Erdkundelehrer das RTG, das einzige Ganztagsgymnasium in Düren, geleitet. Nun wurde er in den Ruhestand verabschiedet.

Entscheidend hatte er zur Umgestaltung der Schule beigetragen. Seine Stellvertreterin Gabriele Großmann, die bis Mai die kommissarische Schulleitung übernehmen wird, hob hervor: „Mit ihm wurde die Schule zu einem Ganztagsgymnasium umgestaltet.“ Er habe sich sowohl um die Schulleitung gekümmert als auch für die baulichen Veränderungen eingesetzt.

Der Prozess sei weitgehend abgeschlossen, Franz Holtz habe seinen „Unruhestand“ verdient. Zwei Bewerber um den Posten des Schulleiters sind derzeit im Gespräch, im Mai soll der Nachfolger feststehen.

„Danke, dass Sie diesen Weg mitgegangen sind. Sie haben Pioniergeist bewiesen und schauen auf eine erfolgreiche Karriere zurück“, würdigte Dürens Bürgermeister Paul Larue würdigte die Leistungen Holtz‘. Der 65-Jährige ist gebürtiger Dürener und verheirateter Vater zweier Söhne. Er besuchte die Südschule und das Wirteltor-Gymnasium. Nach Abitur und Studium wurde er 1975 im RTG vereidigt und war anschließend 32 Jahre am Gymnasium in Lechenich Lehrer.

Er durchlief sämtliche Aufgaben bis hin zum Schulleiter. An den 12. Februar 2009 kann er sich noch genau erinnern, wie er in seiner Rede schmunzelnd sagte: „Es war fünf nach halb zehn und das Telefon klingelte. Ich sollte sofort nach Köln kommen, lautete die Order.“

Fortan leitete er das RTG. Franz Holtz sagt zu seiner Einstellung: „Ich fühlte mich als Spielertrainer. Vor Ort wollte ich so viel entscheiden, wie möglich. Egal, wie unsinnig die Vorgaben aus Düsseldorf waren.“ Wäre er für einen Tag Schulminister, würde er erlassen: „Zunächst einmal keine neuen Verordnungen mehr, sondern endlich einmal Ruhe in den Schulalltag einziehen lassen.“

Für die Schülerschaft sprachen Julian Scherhag, Judith Kirch, Alina Allies und Baruch Bürger. Judith Kirch bedankte sich: „Sie haben dafür gesorgt, dass das RTG keine Lehranstalt ist, sondern ein Ort, an dem man sich wohlfühlt.“ Andrea Kames, Religionslehrerin der Schule, moderierte die Verabschiedung. Rüdiger Seebald sprach als Schulpflegschaftsvorsitzender.

Ein Chor aus Mitarbeitern der Schule brachte dem scheidenden Schulleiter ein Ständchen, in dem es hieß: „Niemals geht man so ganz.“ Rolf Heesel, leitender Regierungsschuldirektor, bescheinigte Franz Holtz Enthusiasmus, Energie und Durchsetzungskraft. In der kommenden Woche wird der Vollblutlehrer seine neue Aufgabe angehen: Er wird Flüchtlingskinder unterrichten.

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