Düren - Rurtal-Gymnasium: Neues Konzept soll zu mehr Anmeldungen führen

Rurtal-Gymnasium: Neues Konzept soll zu mehr Anmeldungen führen

Von: Stephan Johnen
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„Ich habe auch schon Schulen mit 1600 Schülern erlebt. Die Überschaubarkeit des ‚Rurtals‘ ist ein Vorteil“, sagt Dr. Werner Hickel. Foto: Johnen

Düren. „Die Überschaubarkeit des Systems ist ein Vorteil“, sagt Dr. Werner Hickel, neuer Leiter des Dürener Rurtal-Gymnasiums. Mit anderen Worten ausgedrückt: Das „Rurtal“ ist die kleinste Schule der Stadt und hat die niedrigsten Anmeldezahlen. Aber ist das nicht eher ein Problem?

„Die Anmeldezahlen sind stabil. In der Wahrnehmung der Menschen ist die Schule schon seit 20 Jahren von der Schließung bedroht“, kontert der 48-Jährige. „Ich möchte die Probleme, die es gibt, nicht kleinreden. Aber wir arbeiten an einer Lösung, wollen die Anmeldezahlen steigern“, sagt Werner Hickel.

„Schüler, Lehrer und Eltern erleben am Rurtal-Gymnasium ein größeres Gemeinschaftsgefühl. Ich habe in den ersten Wochen meiner Arbeit erfahren dürfen, dass alle hoch motiviert und offen für neue Ideen sind und zusammen an einem Strang ziehen“, berichtet der neue Schulleiter. Die ersten Änderungen habe die Schulkonferenz bereits auf den Weg gebracht.

„Ich bin vom Ganztag überzeugt“

Vom gebundenen Ganztag möchte der neue Schulleiter nicht abrücken. Er räumt aber ein, dass dieses Angebot bisher nicht sein ganzes Potenzial entfaltet habe. „Ich bin vom Ganztag überzeugt, aber es muss mehr Flexibilität geben“, gibt Hickel den neuen Kurs vor. Während seines eigenen Unterrichts in den jüngeren Klassen habe er festgestellt, dass drei Mal acht Stunden Unterricht in der Woche zu viel sind.

„Wir überarbeiten daher unser Konzept“, erklärt Hickel. Es soll schülergerechter werden. Auch in Zukunft gibt es an drei Tagen bis 15 Uhr Unterricht. Damit Eltern Planungssicherheit haben, ist täglich sogar eine Betreuung bis 16.35 Uhr möglich. Auch die Pausenzeiten werden verändert, auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen besser zugeschnitten. „Während der gesamten Zeit werden die Schüler von Lehrern betreut“, betont Hickel.

Um die notwendigen Kapazitäten zu schaffen, wird täglich eine Stunde weniger unterrichtet, dafür werden aber die Lernzeiten erweitert. Die zusätzlichen Freiräume sollen auch für Projektarbeit genutzt werden oder für Vorbereitungen auf Wettbewerbe. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, Arbeitsgemeinschaften, die von Sportvereinen und Kooperationspartnern betreut werden, zu „buchen“.

„G8 wird an Halbtagsschulen als sehr stressig empfunden. Wir entzerren das mit unserem Konzept“, ist Werner Hickel überzeugt, mit diesen Änderungen neue Schüler gewinnen zu können. „Wir halten an unserem Auftrag, Kindern eine vertiefte Allgemeinbildung zu vermitteln, fest. Nach wie vor handelt es sich um ein klassisches, gymnasiales System“, sagt Hickel, nur solle der „zeitliche Druck herausgenommen“ werden.

Ein zweiter Punkt, den der neue Schulleiter so schnell wie möglich angehen möchte, ist die Außendarstellung der Schule. „Dieses Feld lag lange brach“, bilanziert er. Die Schule erhält eine neugestaltete Homepage, auch neue Informationsbroschüren wurden entworfen. Wer etwas verändert, sollte das auch kundtun, findet er.

„Ein Schulleiter muss sich in erster Linie für die Schüler und deren Wohl interessieren“, sagt Werner Hickel. Er wünscht sich einen offenen Dialog in der Schule, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Zudem sei es ihm sehr wichtig, selbst so viel wie möglich in der Klasse zu stehen: „Ich würde nie darauf verzichten wollen, Unterricht zu geben. Das ist das Kerngeschäft, das macht mir Spaß.“

Die Frage, ob er sich sogenannte Internationale Klassen an seiner Schule vorstellen könne, bejaht er. „Es ist noch niemand von der Stadt Düren auf uns zugekommen, aber wir sind bereit“, unterstreicht Hickel die Bereitschaft des Kollegiums, angesichts des Flüchtlingsstroms Bildungsangebote zu schaffen. „Auch die Schule trägt eine gesellschaftliche Verantwortung, muss konzeptionelle Antworten finden“, fügt der Schulleiter hinzu. Die Nachricht, dass das Land NRW in diesem Kontext 3000 Lehrerstellen schaffen möchte, bewertet er als positiv.

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