Rurenergie GmbH: Wie der Kreis auf Wind und Sonne setzt

Von: Ingo Latotzki
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Die Rurenergie GmbH ist am Windpark in Echtz mit einer Anlage beteiligt. Nicht weit entfernt, nahe des Kraftwerks Weisweiler, liegt der Solarpark Inden, den die Gesellschaft betreibt. Foto: Ingo Latotzki
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Die Rurenergie GmbH ist am Windpark in Echtz mit einer Anlage beteiligt. Nicht weit entfernt, nahe des Kraftweks Weisweiler, liegt der Solarpark Inden, den die Gesellschaft betreibt. Foto: Ingo Latotzki

Kreis Düren. 2011 hat Deutschland einen schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen, 2011 wird im Kreis Düren die Rur-energie GmbH gegründet, eine Gesellschaft, die den Ausbau regenerativer Energien in der Region vorantreiben will.

Heute, sechs Jahre später, kann die Rurenergie 22 Photovoltaikanlagen und zwei Windparkbeteiligungen vorweisen. „Wir wollen weiter expandieren“, sagt Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU), Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft.

Das erste und bisher größte Projekt ist der Solarpark Inden, eine Anlage, die 2011 die größte ihrer Art in NRW war. Sie liegt auf einer alten Mülldeponie einige Hundert Meter vom Kraftwerk Weisweiler entfernt und gehört zu 57,5 Prozent dem Kreis Düren. Weiterer Eigentümer ist das Unternehmen F&S solar concept aus Euskirchen. Investiert wurden rund zehn Millionen Euro.

Kohlendioxid sparen

Rund 1000 Haushalte können rechnerisch mit der Photovoltaikanlage versorgt werden, über 2400 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid werden damit gegenüber herkömmlicher Energiegewinnung pro Jahr eingespart. „Unsere Idee ist es, den Kreis Düren als Energiestandort zu prägen“, sagt Spelthahn.

Die Rurenergie GmbH ist mittlerweile auch am Windpark in Echtz mit einem Rad beteiligt sowie an Windparks in Würselen und Eschweiler. Sämtliche Dächer kreiseigener Gebäude sind mit Solarmodulen ausgestattet. Dazu gehören die Schulen, „um Best-Practice-Beispiele zu liefern“, sagt Spelthahn. Schülern könnte so nahegebracht werden, wie regenerative Energien funktionieren.

Das Unternehmen wächst. Und so ist es auch vorgesehen. Bisher sind die Gewinne investiert worden, um das Portfolio zu erweitern. Die Aufgaben sind so gewachsen, dass es notwendig wurde, einen hauptamtlichen Geschäftsführer zu engagieren.

Von der Kölner Rheinenergie AG kam Diplom-Kaufmann Thomas Zerres (45), der vergangenes Jahr die Nachfolge von Kreisdirektor Georg Beyß und Ingo Vosen, Vertriebsleiter der Stadtwerke Düren (SWD), antrat. Beyß und Vosen führten die Rur-energie neben ihren hauptamtlichen Aufgaben. Der Kreis Düren ist wie die SWD Gesellschafter der Rurenergie, ebenso der Stolberger Energieversorger EWV und die Sparkasse Düren.

Die Gesellschaft will in einigen Jahren Gewinne ausschütten, derzeit bewegt sie sich nahe an der „schwarzen Null, schneller als gedacht“, sagt Wolfgang Spelthahn. Als Konkurrent für den kommerziellen Markt sieht sich die Rur-energie nicht, eher als Partner, der Beteiligungen sucht. Aufgaben gibt es genug: Der Kreis Düren wird beim Dürener Bauverein einsteigen, einer Aktiengesellschaft, die in Wohnprojekte investiert.

Angesichts demografischer Veränderungen sollen in den nächsten Jahren im Kreis Düren 2000 bis 2500 neue Wohneinheiten in zusammenhängenden Wohnquartieren entstehen. Die Rurenergie soll die Energieversorgung organisieren. Die neuen Viertel sollen auf eine möglichst autarke Versorgung zurückgreifen können. Energie werde am besten da erzeugt, wo sie auch gebraucht würde, sagt Aufsichtsratschef Spelthahn.

Der Kreis sieht seine Aufgabe vor allem darin, bezahlbaren und menschenwürdigen Wohnraum zu schaffen. „Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz“, sagt Spelthahn. Die Strategie sei, junge Familien aus dem Umfeld von Köln und Düsseldorf anzuziehen, weil die Immobilienpreise in den Metropolen explodieren.

Die Rurenergie wird aber auch weiter nach Energiebeteiligungen suchen. Geschäftsführer Zerres muss dazu geeignete Flächen und Partner identifizieren. Demnächst will die Gesellschaft Bürgerbeteiligungen für einzelne Projekte anbieten. Die Menschen im Kreis sollen von der Wertschöpfung profitieren.

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