Huchem-Stammeln/Düren - „Rurbenden“: Erste Reaktionen auf die Decathlon-Pläne

„Rurbenden“: Erste Reaktionen auf die Decathlon-Pläne

Von: Jörg Abels
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Blick auf ein Laufschuh-Regal in einer Decathlon-Filiale. Symbolbild: dpa

Huchem-Stammeln/Düren. Die ersten Reaktionen auf die etwaige Ansiedlung des französischen Sportartikelhändlers Decathlon im Gewerbegebiet „Rurbenden“ in Huchem-Stammeln fallen erwartungsgemäß sehr unterschiedlich aus.

Während der Tenor der Leser auf unserer Facebookseite positiv ist – „hoffentlich klappt‘s“ –, spricht Elke Simons von „einem Schlag gegen alle inhabergeführten Sportgeschäfte zwischen Düren und Jülich“.

Elke Simons ist Inhaberin der Firma Exuma-Sportswear, die derzeit im von Decathlon ins Auge gefassten früheren Teppich-Essers-Gebäude neben dem Lebensmittelhändler REWE eine Filiale betreibt und nach eigenen Angaben noch einen Mietvertrag bis Juli 2019 besitzt. REWE wird voraussichtlich im Dezember in das neue Fachmarktzentrum umziehen, das der Konzern derzeit in direkter Nachbarschaft für 15 Millionen Euro errichtet. Aus ihrer Sicht ist der Bedarf im Bereich Sportartikel zwischen Düren und Jülich mit den vorhandenen Geschäften bereits gedeckt. „Daher werden wir versuchen, die Decathlon-Ansiedlung mit allen Mitteln zu verhindern“, betont Simons.

Das aber könnte schwierig werden, wenn sich der französische Sportartikelhersteller und -händler an die Vorgaben des im Gewerbegebiet „Rurbenden“ geltenden Bebauungsplans hält. „Wer sich an die Bestimmungen hält, hat einen Rechtsanspruch auf eine Baugenehmigung“, hatte Niederziers Bürgermeister Hermann Heuser (SPD) bereits betont (wir berichteten). Für das infrage kommende Gebäude lässt der rechtskräftige Bebauungsplan der Gemeinde Niederzier auf einer Gesamtverkaufsfläche von 1700 Quadratmetern auf 700 Quadratmetern nahversorgungs- und innenstadtrelevantes Sortiment zu.

„Konkurrenz belebt das Geschäft“

Entsprechend wichtig ist es Jörg Nepomuck, Inhaber des Sporthauses Intersport Witzky in Düren, dass die definierten Regeln auch überwacht werden, sollte sich Decathlon für Huchem-Stammeln entscheiden. Er nimmt das Ansinnen sogar sportlich: „Konkurrenz belebt das Geschäft.“

Dass der innerstädtische Handel von einer Ansiedlung des Sportartikel-Discounters nicht gerade profitieren würde, steht für ihn außer Frage, eine existenzielle Bedrohung für sein Geschäft sei Decathlon aber nicht. „Wir setzen auf eine andere Kundenschicht, auf Atmosphäre, Qualität und Beratung“, betont Nepomuck.

Stephan Fergen, Inhaber des gleichnamigen Sportgeschäfts, keine 200 Meter von der möglichen Decathlon-Filiale entfernt, sieht das ähnlich. Er befürchtet zwar, dass die Franzosen über ihre Eigenmarken mit Kampfpreisen auf den Markt treten würden, „wir aber leben vom Service. Das hebt uns auch vom Internethandel ab, der immer das eine oder andere Produkt weitaus billiger anbieten kann“. Stephan Fergen, der sich als Teamsportspezialist mit eigener Bepflockungsanlage für Trikots und Sportanzüge einen Namen gemacht hat, glaubt nicht, dass ihm Decathlon in dieser Nische gefährlich werden könnte.

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