„Rundwanderweg 02“: 99 Weinstöcke, Wehre und ein Keltenwall

Von: Gudrun Klinkhammer
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„Im Langen Berg“ zwischen Winden und Bilstein wird auch heute noch Wein angebaut. Die Wanderstrecke führt an den Rebstöcken vorbei. Foto: Gudrun Klinkhammer
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Immer der roten Linie folgen: die Wanderung um Winden. Karte: Eifelverein/Grafik: Claßen/ZVA

Winden. Zwar heißt der „Rundwanderweg 02“ in Winden schlicht „Berg- und Tal-Route“. Doch tatsächlich streift dieser Weg, der gar nicht so hügelig ist, wie sein Name vermuten lässt, die Geschichte im Rurtal gewaltig.

Winden ist ein uralter Siedlungsraum. Der Name geht auf das lateinische Wort „vinum“, übersetzt „Wein“, zurück. Bereits vor Hunderten von Jahren wurde im Rurtal Wein professionell angebaut. Möglicherweise brachten die Römer die Trauben in die Eifel. Immer noch gibt es Lehr- und Schau-Weinberge im gesamten Rurtal.

So führt die Route, wenn die Rur mit ihren Wehren und später die K31 in Richtung Bilstein verlassen wird, an einem von privater Hand betriebenen Rebenberg mit exakt 99 Weinstöcken vorbei. Schilder am Wegesrand weisen an dieser Stelle auf die alten Flurbezeichnungen hin.

Eine uralte Trocken-Bruchsteinmauer, wie sie heute kaum noch jemand bauen kann, stützt das Gelände und säumt den Pfad. Schafe halten die Randbereiche des Geländes sauber, indem sie dort grasen.

Auf der von der Eifelverein-Ortsgruppe Winden empfohlenen Wanderung kommt man im weiteren Verlauf am Bodendenkmal „Keltenwall“ vorbei, das zwischen Winden und Bilstein zu finden ist. Das Bodendenkmal beweist, dass die Römer längst nicht die ersten waren, die dieses schöne Fleckchen Erde besiedelten. Der Rur-übergang bei der Üdinger Brücke in unmittelbarer Nähe zum Nachbarort Üdingen wurde von den Römern nachweislich gerne genutzt. An beiden Seiten des Flusses sollen massive römische Gebäude gestanden haben.

Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Ort Winden ein fast reines Weinbaudorf. Die letzte Weinlese fand 1911 statt. Graf Heinrich VII. von Luxemburg wird 1301 von Ritter Godefridus de Pomerio mit Weinbergen in Winden belehnt, wie es in Chroniken beschrieben steht. 1720 errichtete der Kupfermeister Martin Jung in Winden eine Kupferhütte etwa an der Stelle, wo 1805 die Papierfabrik J. H. Kayser errichtet wurde. Die Fabrik wurde 1980 stillgelegt und die Gebäude später abgetragen. Heute steht an der Stelle ein Nahversorgungszentrum.

Die Wanderung rund um Winden gipfelt buchstäblich auf dem Hemgenberg. Dort, 253 Meter über dem Meeresspiegel, befindet sich einer der insgesamt 45 markanten Aussichtspunkte, die in der Nordeifel zu finden sind. Sitzmöglichkeiten laden zur Rast und zum Blick in die Ferne ein. Zurück geht es über den Windener Panoramaweg bis hin zum Ausgangspunkt an der Turnhalle.

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