„Rund um Merken“: Rennfahrer spüren Hände nicht mehr

Von: Andreas Bongartz
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Packende Positionskämpfe lieferten sich die Radrennfahrer bei „Rund um Merken“, mussten dabei bei Temperaturen um den Gefrierpunkt gegen den Wind ankämpfen. Foto: Bongartz
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Verdiente Sieger: Der Niederländer Tjarco Cuppens gewann vor Joachim Tolles und Phil Bauhaus.

Merken. Zum Schluss wurde es dann noch einmal richtig spannend: Tjarco Cuppens und Christoph Dargatz hatten sich zwar bereits zu Beginn des Hauptrennens von „Rund um Merken“ vom restlichen Fahrerfeld abgesetzt und ihren Vorsprung schnell auf gut 350 Meter ausgeweitet, auf den letzten Kilometern wurden sie dann aber doch von ihren Verfolgern eingeholt.

Waren es zunächst nur drei Fahrer, die mit dem Duo aufschlossen, waren es bald darauf 20 weitere, die das Tempo noch einmal mächtig anzogen. Im Endspurt wurden die Karten somit noch einmal neu gemischt, doch Cuppens, im Vorjahr Dritter und 2011 Gewinner von „Rund um Merken“, sollte seinen knappen Vorsprung ins Ziel retten. Dem Niederländer vom Lapierre Asia Cycling Team folgten auf den Plätzen zwei und drei Joachim Tolles (RRG Porz) und Phil Bauhaus (Team Stölting).

Während sich die Merkener Veranstaltung immer mehr zum Rennen des Niederländers Cuppens entwickelt, hatten Dürener Rennfahrer das Nachsehen: Die vom RSV Düren im Rennen der Kontinental- sowie A- und B-Klasse an den Start gegangenen Fahrer erreichten nicht das Ziel. Eine Konsequenz der widrigen Witterungsbedingungen. Denn während bei „Rund um Merken“ der Wind ohnehin schon als stärkster Gegner gilt, frischte dieser „Kontrahent“ am Wochenende noch ein wenig auf und wurde mit Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt zusätzlich gestärkt. Da wurden einigen Radlern schnell ihre Grenzen aufgezeigt.

„Alle hatten ein bisschen mit den Temperaturen zu kämpfen. Das ging auf die Muskeln und die Atemwege“, berichtete Oliver Schweigel vom Ausrichter RRC Düren-Merken. Der beim kleinen Radsportclub mit für die Organisation verantwortliche Schweigel war mit zwei weiteren Vereinskameraden in der C-Klasse an den Start gegangen. Das Ziel erreichte er nicht. „Irgendwann war es so kalt, da hab ich Krämpfe bekommen und konnte nicht mehr so schnell mitfahren“, sagte Schweigel.

Die Kälte sei schon sehr kräftezehrend gewesen: „Man spürt die Hände nicht mehr, die Füße werden kalt.“ Da mutiere das Rennen dann von einer Standortbestimmung zu einem wahren Ausscheidungsrennen. Schweigel: „Jeder hat um sein sportliches Überleben gekämpft.“

RRC-Mitglied Jörg Thönnessen war einer der Überlebenden, gelangte als ein Fahrer der vier Verfolgergruppen des Spitzentrios um Joshua Hupperts (RV Komet Delia), Lucas Carstensen (Harburger RG) und Christian Mießen (VSC Euregio) ins Ziel. „Man hatte permanent Wind, da hat es das Feld schnell in Gruppen zerschlagen“, erklärte Thönnessen.

Das beste Ergebnis für die Ausrichter vom RRC fuhr Ralf Dick mit einem zehnten Platz in der Senioren-Klasse ein. Erhofft hatten sich die RRC-Fahrer mehr, hatte man doch extra über Karneval auf Mallorca trainiert und so die ersten Rennkilometer gesammelt. „Wir sind schon enttäuscht, aber die Saison ist noch lang, da kann noch viel passieren“, so Oliver Schweigel.

Die Zuschauerresonanz

Auch mehr Zuschauerresonanz hätte man sich beim Radrennclub Düren-Merken gewünscht: Die Zahl der Schaulustigen entlang der zweieinhalb Kilometer langen Rennstrecke hielt sich ob der dürftigen Temperaturen doch arg in Grenzen. Dafür konnte man sich über rund 420 Starter in acht verschiedenen Klassen freuen und ein mehr als gut besetztes Teilnehmerfeld, in dem mit Quantec Indeland und Stölting renommierte Teams mit ihren Radfahrern antraten.

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