Kreuzau - „Rund um Düren“: Im Höllentempo in Richtung Ziellinie

„Rund um Düren“: Im Höllentempo in Richtung Ziellinie

Von: Hannes Schmitz
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Sie bolzten Tempo und hatten wahrscheinlich für die Schönheit der Eifel keinen Blick. Mit 41,5 Stundenkilometern jagten die Radler über Höhen und durch Täler. Foto: Hannes Schmitz
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Eine hauchdünne Entscheidung: Mit einer Reifenstärke Vorsprung entschied Dylan Groenewegem (rechts) das Rennen für sich.
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Sven Rehbein (r.) und Heinz von Wersch hatten alles im Griff.

Kreuzau. Der Wettergott war launisch beim Internationalen Radrennen „Rund um Düren“ mit Start und Ziel in Kreuzau. Mal neckte er die Radrennfahrer mit Sonnenschein, mal drohte er mit dunklen Wolken und grüßte zu Beginn des Tages mit einer Schauer.

Alarmsignale für die Amateure und Profis in den Sättel. Nasser Asphalt sowie glitschige oder seifige Oberflächen blieben den Pedalrittern beim Ritt durch die Eifel erspart. Das Manfred-Donike-Gedächtnisrennen bot erstklassigen Sport und wurde keine Höllenfahrt, wohl aber mit einem Höllentempo absolviert und einer nervenaufreibenden Millimeter-Entscheidung im Spurt beendet.

Ganz knapp setzte sich Dylan Groenewegem vom Cycling Team de Rijke vor Remko de Brake (Metec Continental Cyclingteam) durch. Eine Entscheidung, die mit dem bloßen Auge fast nicht zu erkennen war. Auf dem dritten Platz landete Phil Bauhaus vom Team Stölting. Ein Finish auf der Hauptstraße in Kreuzau, das die vielen Zuschauer begeisterte und elektrisierte.

Positiv äußerten sich auch die Fahrer, die von der „Kreuzauer Atmosphäre“ angetan waren. Bevor aber der junge Niederländer nach 135 Kilometer über den Zielstrich fuhr, lief ein abwechslungsreiches Rennen über steile Anstiege und rasante Abfahrten ab. Zunächst fuhr das Fahrerfeld des Eliterennens geschlossen über Untermaubach und die zehnprozentige Steigung zur Kreuzung K 27 hoch und trottete im Aufwärmtempo bis zur Umgehung Gey.

Und auf der Bundesstraße ging in Richtung Vossenack die Post ab. Noch alle zusammen fuhren sie ins Kalltal hinab und dann wurden beim Anstieg nach Rollesbroich die ersten Attacken gefahren. Vorbei war es mit der Gemütlichkeit, schnell wurde bei den 23 Teams à acht Fahrern die Spreu vom Weizen getrennt. Elf Fahrer setzten sich ab, der „große Rest“ blieb im Hauptfeld, das aber im Verlauf des Rennens weiter auseinandergerissen wurde.

Bis zur Kallbrücke hielten die Fahrer vom Dürener Cycleteam Hergarden um Kapitän Diego von Looy sowie Yannick Distel und Roland Siebert das Tempo mit, blieben aber dann bei den Ausreißversuchen im Hauptfeld. Eine weise Entscheidung im Nachhinein, wie Sven Rehbein vom verantwortlichen RSV-Team meinte. Sie kamen ins Ziel und unter die Top 30, ein großer Erfolg.

Mit dem Ausgang des Rennens hatten sie aber nichts zu tun. 50 Sekunden Vorsprung hatte die 11er-Gruppe, als sie nach knapp 100 Kilometern die Kreuzauer Ortsgrenzen wieder erreichte. Dann begann das faszinierende Spektakel. Fünf Runden à 6,6 Kilometer mussten im Ort zurückgelegt werden, und auf einmal machte das Hauptfeld Dampf. Da wurde nochmals Tempo gebolzt, der Abstand verringerte sich immer mehr und vor der letzten Runde waren sie wieder alle zusammen.

Aber dann begannen auf den letzten Kilometern die Positionskämpfe, die Teams brachten ihre Sprinter in Stellung und mit über 50 Stundenkilometern jagten sie dem Ziel entgegen. Hauchdünn entschieden zugunsten von Dylan Groenewegem, der drei Stunden, 14 Minuten und 28 Sekunden für die Strecke brauchte und einen Schnitt von 41,5 Stundenkilometern fuhr.

Besser sah es für die Dürener Teilnehmer in der C-Klasse aus. „Gutes Teamwork“ attestierte Sven Rehbein seiner Mannschaft. Entscheidend war die Fahrt aus dem Kalltal heraus auf die Eifelhöhe. Eine 14-köpfige Spitzengruppe bildete sich, in der Christian Dirkner und Michael Hoven den Anschluss hielten und im Gesamtklassement Rang acht beziehungsweise Rang fünf belegten.

Und noch eine freudige Überraschung für den RSV. Wie Sparkassenvorstand Udo Zimmermann ankündigte, könnte er sich vorstellen im kommenden Jahr das „Fünfjährige“ in Kreuzau zu feiern, das sich als Start- und Zielpunkt von Rund um Düren etabliert hat. Weitere Ergebnisse lesen Sie in der kommenden Ausgabe.

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