Rund 2000 Schüler sind der beste Beweis

Von: Hannes Schmitz
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Übung macht den Meister: Sarah und Joelina (beide acht Jahre) haben die Geige als Instrument und die Musikschule als Lernort gewählt. Foto: Schmitz

Düren. Erkennen, fördern, formen: Ziele, die die Musikschule der Stadt Düren seit 40 Jahren verfolgt. Seit ihrer Gründung im Oktober 1970 haben tausende von Kindern und Jugendlichen von der breit angelegten Musikschularbeit profitiert.

Für sich selbst in den eigenen vier Wänden, in Gruppen oder Orchestern sowie auf dem Weg zum Berufsmusiker.

1977 wurde Johannes Esser Leiter der Musikschule und mit seinem Namen ist der Erfolg der Lehranstalt sehr eng verbunden. Seinem Einsatz ist es mit zu verdanken, dass die Wanderschaft der Schule in den ersten Jahren durch verschiedene Schulgebäude im Stadtgebiet vor 30 Jahren ein Ende hatte. Seitdem hat das Institut sein festes Domizil an der Tivolistraße.

Musikschularbeit im traditionellen Sinne begann, eine „fruchtbare Zeit systematischer Musikerziehung”, wie sich Johannes Esser erinnert, der im vergangenen Mai die Leitung des Dürener Kulturbetriebes übernommen hat, aber sein „altes Büro” behalten hat. Er liebt das bunte Gemisch der Töne in „seinem Haus”, überträgt die im Gebäude stets widerhallenden Klänge, die in permanenter Bewegung zu sein scheinen, auf die Arbeit der Musikschule, die auf die „Modulationen der Zeiten” immer wieder reagieren musste.

Die entstehende private Konkurrenz in den Anfangsjahren führte zu einem Schülerrückgang, der jedoch umgekehrt wurde. Die Bürger aus Stadt und Kreis erkannten den vielfältigen Wert der Musikschule, der nicht nur auf Einzelunterricht beruht, sondern auch auf dem gemeinsamen Musizieren. Wobei der Einzelne nicht im Vordergrund steht, vielmehr die Gemeinschaft. Elemente, in denen sich der Musikschulunterricht vom privaten Lernen unterscheidet.

Dominierte zunächst in den 70er Jahren die musikalische Früherziehung, der Instrumentalunterricht in den verschiedenen Jahrgangsstufen oder gar die Vorbereitung auf ein Musikschulstudium, so begann der Aufschwung der Musikschule mit der Einführung des Instrumentenworkshops 1978 durch Johannes Esser. Potenzielle Schüler hatten die Möglichkeit, Musikinstrumente auszuprobieren, bis das richtige gefunden war. Die Musikschule erhielt eine neue „Breite”, wie Esser formuliert. Die Schülerzahlen stiegen von 900, davon rund 60 Prozent Klavierschüler, auf 1800 im Jahr 1980.

In den letzten Jahren unterliegt die Musikschule einem erneuten Strukturwandel. Neue Schulformen entstanden mit der Folge, dass Kinder aus zeitlichen Gründen kaum noch zur Tivolistraße kamen. So war der Weg zum Musikdienstleister an den Schulen vorgezeichnet. Manches funktioniert, Anderes weniger, zieht der ehemalige Musikschulleiter Bilanz. Erfolgreiche Bläser- oder Streicherklassen gibt es an einigen Gymnasien, Real- und Grundschulen.

Allerdings ist die Musikschule dort, wo der Unterricht als Betreuungsangebot oder Beschäftigungskurs und „so billig als möglich” angeboten werden soll, auf dem Rückzug. Die Vorstellungen liegen auseinander, es ist wie „wie Backen ohne Mehl”, beschreibt er die Forderungen. Und ergänzt sarkastisch: „Nette Ideen kommen vom Land mit der Aufforderung: Kommune mach mal!” Letztlich fehle aber das Geld, um Sinnvolles umzusetzen. Überhaupt kritisiert er in diesem Zusammenhang, dass Musikschulen über keine Lobby verfügen, obwohl ihr kultureller Bildungsauftrag überall anerkannt werde.

Ein Weiterbildungsgesetz wie bei den Volkshochschulen gebe es nicht, was auch dazu führe, dass immer mehr „freie Mitarbeiter” an den Musikschulen unterrichteten, weil für fest angestellte Musikschullehrer keine Mittel zur Verfügung stünden. Die Politik müsse umdenken, mehr Steuermittel verwenden, um die fachliche und anerkannte Arbeit der Musikschulen zu unterstützen.

Die Dürener Musikschule blickt aber nicht nur zur Landeshauptstadt oder zum Rathaus, sondern geht ihren eigenen Weg und hat die Angebotspalette erweitert, um Schülern noch mehr Möglichkeiten zu bieten. Instrumentale und vokale Ensembles, die Bereiche Tanz und Bewegung sind zugkräftige Offerten, die den ausgezeichneten Ruf der Musikschule festigen. „Die seit vielen Jahren hohe Schülerzahl, rund 2000, die in 800 Wochenstunden unterrichtet werden, sind der beste Beweis”, beschreiben Johannes Esser und seine Nachfolgerin im Amt, Andrea Nolte, den erreichten Standard.
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