Ruhig, besonnen, zuverlässig: Trauer um Dietmar Engels

Von: Ingo Latotzki
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Starb mit 64 Jahren: unser Kollege Dietmar Engels. Foto: inla

Düren. Noch in der vergangenen Woche ist ein Artikel von ihm erschienen, wie so oft in den vergangenen zwei Jahren, obwohl er schon im Ruhestand war. Er hat auch nach seiner Pensionierung für diese Zeitung gearbeitet, kompetent, zuverlässig und gewissenhaft. Jetzt ist Dietmar Engels überraschend gestorben, mit nur 64 Jahren.

Was heutzutage nur noch selten vorkommt, gilt für ihn: Er hat sein komplettes Berufsleben bei den „Nachrichten“ verbracht, alles in allem hat er vier Jahrzehnte über Düren und Umgebung berichtet. Dabei gehörte er nie zu den Journalisten, die sich in den Vordergrund drängten, im Gegenteil, er hielt sich angenehm zurück, war aber dennoch ein ausgesprochener Kenner der lokalen Welt. Wenn man als junger Kollege einen Rat brauchte: Dietmar Engels gab ihn. Wenn man Hilfe benötigte, Dietmar Engels war da. Und das immer auf eine sympathisch unaufgeregte Art.

Er war kein Lautsprecher, viel mehr ein Mann der leiseren Töne. Zu sagen hatte er dennoch eine Menge. Besonnenheit: Das war seine Sache. Und der Humor: Unsere Redaktion wird sich auf ewig an einen Satz erinnern, den Dietmar Engels mit unbewegter Miene immer wieder dann sagte, wenn es draußen weit mehr als 30 Grad heiß war. „Kalt ist es nicht“, sagte er auf eine unvergleichlich trockene Art. Dieser Satz hat sich uns eingeprägt, wir haben ihn, seit Dietmar im Ruhestand war, oft selbst benutzt. Und dabei an unseren Kollegen gedacht.

Bis zuletzt hat Dietmar Engels alle Ausgaben der „Nachrichten“ gesammelt. Zur Jahreswende verfasste er für uns den Rückblick, er brauchte dazu nicht in die Redaktion zu kommen, sein persönliches Archiv hatte er zu Hause in Birkesdorf. Ganz herkömmlich auf Papier. Das heißt aber nicht, dass Dietmar Engels der digitalen Technik nicht zugeneigt gewesen wäre, das Gegenteil war der Fall.

Als Ende der 1980er Jahre noch längst nicht alle Redaktionen mit Computern ausgestattet waren, besaß er einen kleinen Rechner, auf dem er ein Programm geschrieben hatte, mit dem die Länge von Überschriften auszurechnen war. Bis dahin hatten Redakteure die einzelnen Buchstaben eines Titels gezählt, nun übernahm Kollege Computer diese Arbeit.

Ungefähr zu dieser Zeit präsentierten sich die „Dürener Nachrichten“ auf dem Stadtfest, es war kurze Zeit vor einer Kommunalwahl. Dietmar Engels hatte wieder ein kleines Programm geschrieben, mit dem die DN-Leser eine Partei wählen konnten. Das Ergebnis kam dem späteren Wahl-Resultat ziemlich nahe.

Er zeichnete sich aber nicht nur durch seine technischen Fertigkeiten aus, sondern auch auf dem Gebiet der Fotografie. In den Zeiten, als noch Filme entwickelt und Fotos auf Papier abgezogen wurden, stand er regelmäßig in der redaktionseigenen Dunkelkammer und übernahm die Fotoarbeiten für uns gleich mit. So war er: immer kollegial. Dass diese Arbeit mit dem Einzug der digitalen Fotografie nicht mehr nötig war, empfand auch er als Segen, vor allem, weil er sich selbst frühzeitig mit den neuen Techniken beschäftigte.

Wie viele Journalisten, begann er als freier Mitarbeiter und wurde später Redakteur. Von Anfang bis Mitte der 90er Jahre leitete er die DN-Redaktion und erwarb sich nicht nur in dieser Zeit einen Ruf, als unabhängiger, fachkundiger Beobachter der lokalen Politik. Auch auf diesem Gebiet zeichnete er sich durch seine unaufgeregte, sachliche Art aus: Er beherrschte eine klare, verständliche Sprache, seine Kommentierungen waren prägnant und deutlich.

Noch vor wenigen Wochen sprachen wir über seine Pläne, er wollte eine Serie aus der lokalen Wirtschaftswelt in Angriff nehmen. Dazu kommt es leider nicht mehr. Unser herzliches Mitgefühl gehört seiner Frau Marga und seinen drei erwachsenen Söhnen. Wir werden ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren.

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