Ruf nach dem dritten Gleis

Von: fjs
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Der Schienenverkehr soll Schätzungen nach in den nächsten fünf Jahren um bis zu 50 Prozent zunehmen. Die Politiker der Region fordern daher ein drittes Gleis zwischen Düren und Aachen.

Kreis Düren. „Den Worten müssen Taten folgen. Jetzt sind die Visionen mit Leben zu füllen.” Landrat Wolfgang Spelthahn weiß eine starke Macht im Rücken, denn einstimmig haben sich Vertreter der Städteregion Aachen und der Kreise Düren, Heinsberg und Euskirchen mit einer Resolution an das Land NRW gewandt mit dem Ziel, die regionalen und lokalen Belange von Personen- und Güterverkehr gleichrangig zu berücksichtigen.

Mit den Trägern des regionalen Schienenverkehrs sind sich Politiker auch einig in der Forderung, dass ein drittes Gleis zwischen Aachen und Düren notwendig ist.

„Das ist eine Initiative der gesamten Region. Schienenverkehr gehört auf die politische Agenda”, begrüßte Spelthahn im Kreishaus die Teilnehmer an der „Regionalen Schienenverkehrskonferenz”. „Wir wollen die geballte Kraft der Region deutlich machen”, fasste Spelthahn den Willen der Konferenzteilnehmer zusammen. Er verwies stolz darauf, „dass bereits einiges geleistet worden ist”. Konkret meinte er damit die Rurtalbahn und Euregiobahn sowie das bürgerliche Engagement bei der Bördebahn. Und auch für den Lückenschluss Linnich-Baal der Rurtalbahn votieren die Bürger. Fazit des Landrates: „Der Schienenverkehr erlebt eine Renaissance.” Das gelte für den Personenverkehr, aber auch für den Güterverkehr. Für den erwartet Hans-Peter Nießen, Geschäftsführer der Rurtalbahn, für die nächsten Jahre eine Steigerung um 50 Prozent.

Daher die Forderung nach dem dritten Gleis. „Wenn nicht jetzt, wann dann?”, fragte Spelthahn mit dem bekannten Höhner-Hit und stellte klar: Die Kostenträgerschaft könne nur bei der EU und dem Bund liegen und dürfe nicht zu Lasten regionaler Projekte gehen. Ein zweiter drängender Punkt sei die bessere Verzahnung der Region. Der Bördebahn komme eine besondere strategische Bedeutung im Hinblick auf die Landesgartenschau 2014 in Zülpich zu.

Was Horst Becker, Parlamentarischer Staatssekretär im NRW-Verkehrsministerium zu den Vorstellungen zu sagen hatte, war weitgehend bekannt. Eine EG-Verordnung regelt die Trassenvergabe des Schienenverkehrs. Der Korridor 8, der in fünf Jahren realisiert sein soll, betrifft die Strecke Rotterdam-Antwerpen-Aachen-Köln-Basel-Genua. Ziel der EG-Verordnung ist die Effizienzsteigerung. Die Umsetzung wird schwierig, denn nach Auskunft des Staatssekretärs sieht die Planung der DB- Netz-AG nur die Beschleunigung der Hochgeschwindigkeitsrouten vor. „Wir vermissen ein drittes oder gar ein viertes Gleis in diesen Planungen, aber zum dritten Gleis gibt es keine Alternative”, sagte Becker, der „energische Gespräche” mit der DB-Netz ankündigte.

Die politischen Vertreter der Region forderten in der Resolution die Landesregierung auf, schnellstmöglich Planungen für betriebliche wie vor infrastrukturelle Maßnahmen und deren finanziellen Auswirkungen unter Einbindung der Experten aus der Region zu entwickeln.

In die Resolution aufgenommen wurden die Forderungen nach den Lückenschlüssen der Rurtalbahn (Linnich-Baal), der Bördebahn wie auch der Euregiobahn Herzogenrath-Heerlen und der Olefbahn im Raum Hellenthal.
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