Rückkauf von Stadtwerke-Anteilen: „Stadt profitiert sofort”

Von: Christoph Lammertz
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Düren. Rekommunalisierung der Stadtwerke - dieser etwas sperrige Begriff ist für die Dürener SPD der Arbeitstitel für eines ihrer wichtigsten politischen Ziele.

Die Sozialdemokraten sind der Ansicht, dass die Stadt zumindest einen Teil der Anteile am lokalen Energieversorgungsunternehmen zurückkaufen soll, die vor neun Jahren an RWE veräußert wurden, um den Schuldenberg der Stadt zu verkleinern.

Würden der Stadt wieder mehr als die derzeit 25,05 Prozent der Stadtwerke gehören, gewinne sie nicht nur Einfluss zurück, sondern profitiere auch wirtschaftlich, lautet die SPD-These. Am Freitag stellten die Genossen ein Gutachten vor, das diese These stützt.

Kein SPD-Hirngespinst

Es sei ihnen wichtig darzustellen, dass es sich bei ihrem Ansinnen nicht um ein „Hirngespinst der Sozialdemokraten” handelt, betonten Fraktionschef Henner Schmidt und sein Stellvertreter Ulf Opländer. Mit dem Kölner Hans-Dieter Weber, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, haben sie deshalb einen Gutachter an Land gezogen, in dessen beruflichen Vita eine ganze Reihe von Stadtwerke-Beratungen und -Bewertungen auftauchen.

Und so sieht Webers Rechnung aus: Bei einem angenommenen Unternehmenswert von 110 Millionen Euro und einem auf 11,3 Millionen Euro taxierten Jahresergebnis würde die Stadt von einem Anteile-Rückkauf sofort profitieren - sowohl bei einer völligen Übernahme des Energieversorgers, als auch bei einem Kauf von zusätzlichen 25 Prozent der Anteile. Würden der Stadt die Stadtwerke wieder ganz gehören, steige die jährliche Ausschüttung von zwei auf acht Millionen Euro, die Finanzierung des Kaufpreises schlage nur mit 2,9 Millionen zu Buche.

Halte die Stadt demnächst die Hälfte der Anteile, steige die Ausschüttung um 2,1 Millionen bei Finanzierungskosten von 900.000 Euro. Ein Plus von 1,2 Millionen Euro jährlich bliebe also bei dieser Variante, die die SPD derzeit bevorzugt. „Wir hätten wieder mehr Einfluss bei den Stadtwerken, würden unsere wirtschaftliche Situation verbessern und behielten mit RWE einen wertvollen strategischen Partner”, sagt Henner Schmidt.

Aber warum sollte RWE Anteile der Stadtwerke verkaufen wollen? „Weil 2016 die Konzessionsverträge der Stadtwerke für das Gebiet der Stadt Düren auslaufen”, lautet Schmidts Antwort. Will heißen: Die Stadt soll RWE für den Fall, dass der Konzern nicht gesprächsbereit ist, mit der Kündigung der Konzessionsverträge für die Stadtwerke drohen. Ohne Konzessionsverträge könne RWE mit den Stadtwerken schließlich nichts mehr anfangen. 40 lokale Versorger in Deutschland seien in der jüngeren Vergangenheit an die Kommunen zurückgegangen, sagt Schmidt. Er wisse nicht, warum das ausgerechnet in Düren nicht möglich sein sollte.
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