Kreis Düren - Rüben und Getreide warten auf Wasser

Rüben und Getreide warten auf Wasser

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Krokusse und Narzissen schmücken den Kreisverkehr, die Mischung wurde vom Händler nach Düren benannt. Foto: smb

Kreis Düren. Seit dem ersten März ist das Rauchen im Wald streng verboten, und dafür gibt es gute Gründe: „Die Gras- und Farnvegetation ist jetzt sehr trocken und frische, feuchte Pflanzen gibt es noch nicht“, erklärt Konrad Hecker, Leiter des Regionalforstamtes Rureifel-Jülicher Börde.

Bei der trockenen Witterung reiche ein kleiner Funke. „Wir bitten die Leute, vorsichtig zu sein und bloß keine Kippen aus dem Auto zu werfen“, betont Hecker. Grillfeuer hätten im Wald und an dessen Rand nichts zu suchen, auch wenn das Wetter verlockend sei.

Borkenkäfer erwacht

Das Wetter ist ohnehin das liebste Small-Talk-Thema der Deutschen, in diesem Jahr umso mehr, da der Winter ganz ausgefallen ist und das Frühjahr wirklich früh begonnen hat. Neben den meisten Menschen freut sich auch manch Ungeziefer über die wärmenden Sonnenstrahlen. Der Borkenkäfer zum Beispiel braucht zehn bis 15 Grad, um aus seiner Winterstarre zu erwachen. Bald werden sie mit dem sogenannten Regenerationsfraß beginnen und erste Löcher für die Eiablage knabbern.

Auch der Rapsstängelrüssler und der Rapsglanzkäfer werden in diesem Jahr früher aktiv. „Die müssen dann auch bekämpft werden“, erklärt Jörg Klingenmaier, Ackerbauberater bei der Landwirtschaftskammer in Düren.

Aber bei den Landwirten ist es weniger das Ungeziefer, dass Kummer bereitet. „Es ist einfach viel zu trocken“, beschreibt Klingenmaier das Hauptproblem im Ackerbau. Vor allem das Sommergetreide, das schon lange ausgesät sei, leide bereits und brauche dringend Wasser. Rund zehn Prozent der Rüben seien bereits gesät, die anderen würden nun bald folgen und ebenfalls Wasser benötigen. „Für Prognosen jeder Art ist es aber noch zu früh. Wie die Ernten ausfallen, hängt schließlich auch von dem Wetter ab, das in den nächsten Monaten kommen wird.“

Für die Talsperren wird in der nächsten Zeit wohl nicht viel Wasser übrig bleiben. „Der Regen, der im Frühjahr fällt, geht sofort in die Vegetation und erreicht die Talsperren gar nicht erst“, erklärt Marcus Seiler, Sprecher des Wasserverbandes Eifel-Rur. Die Talsperren sind zwar nicht voll, aber „wir haben ausreichend Wasser, um unsere Aufgaben zu erfüllen“, sagt Seiler mit Blick auf die Versorgung mit Trinkwasser und die Bereitstellung von Wasser für die Industrie.

Einzig die Wehebachtalsperre sei nicht so gut gefüllt. Von möglichen 24 Millionen Kubikmetern Wasser seien nur neun aufgestaut. „Für die Trinkwasserentnahme in diesem Jahr reicht das“, betont Seiler. Im nächsten Winter müsste die Wasserernte dann aber größer ausfallen. „Wir bemerken in den vergangenen Jahren ein verändertes Niederschlagsverhalten mit längeren Trockenperioden und einem langsamen Temperaturanstieg“, hält Seiler fest.

Vor allem Blumenfreunde freut das sonnige Wetter. Auf dem Kreisverkehr Friedrich-Ebert-Platz sind vielen Autofahrern Krokusse und Narzissen ins Auge gefallen. „Das ist eine neue Mischung, die wir selbst zusammengestellt haben“, erklärt Sarah Fuchs-Hartung vom DSB. Mit dem Resultat ist sie zufrieden, zumal die Mischung im Katalog des Händlers nun als „Mischung Düren“ zu haben sei. Den ersten Rasenschnitt haben die DSB-Mitarbeiter schon geleistet, wenn auch vornehmlich, um die Kamelle nach dem Zug besser aufsammeln zu können. Bald stehe der erste Schnitt überall an.

Die Vegetation sei zwei Wochen früher als sonst. „Ich habe schon die erste Magnolienblüte gesehen“, sagt Fuchs-Hartung. Die Frühjahrsblumen für Beete und Parks sind unterwegs, sie werden zum üblichen Zeitpunkt gepflanzt, weil bei der Bestellung niemand mit dem frühen Frühjahr rechnen konnte.

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