Düren - Ronaldo und die Röhre aus Rölsdorf

Ronaldo und die Röhre aus Rölsdorf

Von: Ingo Latotzki
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Vertreter der WIN.DN, der Agit und Geschäftsführer Weyergans (3. v. l) vor dem Vacustyler, den auch Fußballstar Ronaldo nutzt. Foto: inla

Düren. Wenn Rudolf Weyergans erzählt, wie zufrieden er immer noch ist, vor Jahren von Aachen nach Düren gezogen zu sein, schwingt mit jedem Wort Enthusiasmus, Engagement und Erfolg mit. „Wir können in Düren unsere Ansprüche verwirklichen“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Weyergans High Care AG. Und wenn Weyergans auch noch erzählt, wie sein Unternehmen ein hoch technisiertes Gerät entwickelt hat und welche Hilfe es dabei hatte, wird deutlich, was moderne Firmen heute erwarten und oft auch brauchen.

Am Donnerstag sitzt Weyergans in seinen eigenen Betriebsräumen im Gut Boisdorf in Rölsdorf. Sein Unternehmen stehe für Innovation und Erfolg, deshalb „sind wir heute hier“, sagt Thomas Hissel, der Hauptgeschäftsführer der Dürener Wirtschaftsförderungsgesellschaft WIN.DN. Die Gesellschaft will dafür sorgen, dass sich in der Stadt neue Unternehmen ansiedeln.

Sie will aber auch dafür sorgen, dass Unternehmen Unterstützung erhalten, wenn sie sie brauchen. Und deshalb wurde am Donnerstag eine Kooperation mit der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (Agit) besiegelt. Die Agit hat im Großen und Ganzen die gleichen Ziele, ist aber für die gesamte Region zuständig.

Als Rudolf Weyergans sein hochtechnisches Gerät entwickelte, kam er eines Tages nicht so recht weiter. Es ging um eine Röhre, die mit einem bestimmten Verfahren dafür sorgen sollte, dass die Durchblutung in den Beinen verbessert wird. Davon können zum Beispiel Fußballer profitieren. Ein Muskelfaserriss heilt deutlich schneller, wenn Sportler in der Röhre mit einem Luftgemisch behandelt werden.

Der portugiesische Weltklassespieler Ronaldo hat übrigens ein Exemplar gekauft und nutzt es Zuhause. Weyergans aber brauchte damals technische Hilfe. Irgendwann wurde ihm ein Kontakt zur RWTH Aachen vermittelt, später zum Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrttechnik. Am Ende des Tages stand seine Erfindung, der sogenannte Vacustyler konnte gebaut werden. Heute wird die Röhre auch von Bayer Leverkusen und dem russischen Präsidenten Putin genutzt.

Die kleine Geschichte hilft zu verstehen, was WIN.DN und Agit zusammen vorhaben. Es geht darum, Unternehmen zu fördern und Möglichkeiten der Entwicklung aufzuzeigen. Dazu werden unter anderem Beratungen angeboten, zum Beispiel auf dem Gebiet der Digitalisierung oder bei Patentanmeldungen, wie WIN.DN-Geschäftsführer Winfried Kranz-Pitre sagt.

Die Agit, so erzählt ihr Geschäftsführer Dr. Lothar Mahnke, hat in diesem Jahr allein 170 Unternehmen beraten. Meist führten die Gespräche zu Kontakten mit Hochschulen und in eine finanzielle Förderung. 65 Millionen Euro an Investitionen seien in diesem Jahr dadurch in der Region ausgelöst worden, sagt Mahnke, 500 Arbeitsplätze wurden geschaffen. Allein in Düren seien 60 neue Jobs entstanden. Die Zahl soll schnell verdoppelt werden, „Düren hat Potenzial“, sagt Thomas Hissel, „mit der Agit haben wir nun den richtigen Partner an der Seite.“

Am Donnerstag sitzt auch der Aufsichtsratsvorsitzende der WIN.DN mit am Tisch. „Wir brauchen noch mehr Firmengründungen“, sagt Henner Schmidt. Das habe auch das Wirtschaftsstrukturgutachten unterstrichen, das im Frühjahr 2015 veröffentlicht wurde. Die Untersuchung verantwortete damals Lothar Mahnke mit seinem Geschäftspartner Professor Michael Gramm. Mahnke sieht sich bestätigt und will nun in neuer Funktion dazu beitragen, dass die Wirtschaftsförderung Kontakte zwischen Forschung und Firmen intensivieren kann. „Düren verfügt über einen beachtlichen industriellen Kern“, sagt Leo Pontzen, Aufsichtsratsvorsitzender der Agit, am Donnerstag.

Rudolf Weyergans sieht das ähnlich. Der Firmengründer sieht Düren aber auch als „sehr guten Standort zwischen Aachen und Köln“. Er brauche Luft zum Atmen. Deshalb sei sein Unternehmenssitz, Gut Boisdorf, unweit der Rur, ein idealer Ort zum Wohnen und Arbeiten. Da wird sie wieder deutlich: die Zufriedenheit des Unternehmers, vor Jahren von Aachen nach Düren gezogen zu sein.

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