Riesige Spende von Peter Borsdorff hält Lena weiterhin mobil

Von: Max Stollenwerk
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Ein großer Scheck für ein behindertengerechtes Auto: Im Rahmen des 21. Rursee-Marathons überreichte Peter Borsdorff (l.) der elfjährigen Lena (Mitte) aus Nideggen die bislang größte Spende seiner Initiative „Running for Kids“. Foto: Max Stollenwerk

Einruhr. Er ist 74 Jahre alt und denkt noch lange nicht ans Aufhören. Eigentlich ist er längst im Rentenalter angekommen, aber noch voll in seiner Mission. Die Rede ist vom weit über die Region hinaus bekannten Peter Borsdorff. Er ist selbst ehemaliger Marathonläufer - in unter drei Stunden - und sammelt seit mittlerweile über 20 Jahren unermüdlich Spenden für kranke und bedürftige Kinder.

Bereits im Alter von sieben Jahren zog es ihn aus seiner polnischen Heimatstadt Bad Warmbrunn in seine heutige Heimat Düren. Seit 1995 sammelt er mit der Initiative „Running for Kids“ kontinuierlich Spenden. „Ich laufe für Kinder und kann behaupten, damit das schönste Hobby der Welt zu haben“, beschreibt Borsdorff es selbst. Vor über 20 Jahren sei in ihm der Entschluss gereift, nicht mehr auf Zeit zu laufen, sondern sich „für Kinder aus der Region einzusetzen“.

Aktion „Lena mobil“

In den über 20 Jahren als Spendensammler hat Peter Borsdorff schon zahlreiche Kinder, Familien und Organisationen unterstützt. Ihm liegt es stets am Herzen, Bedürftigen durch Spenden zu helfen. Eine ganz besondere Spendenübergabe fand nun am Wochenende im Rahmen des 21. Rursee-Marathons statt. Denn während der Siegerehrung übergab er seine bisher größte Spende von über 37.000 Euro. Unter dem Motto „Lena mobil“ startete er im Januar 2017 eine Laufaktion für die elfjährige Lena aus der Stadt Nideggen.

Borsdorff lernte das junge Mädchen bereits 2011 kennen und erfuhr dabei, dass sie ihr gesamtes Leben lang auf einen Rollstuhl angewiesen sein wird. Nun ist Lena jedoch ihrem derzeitigen Rollstuhl entwachsen, so dass ein neuer und größerer angeschafft werden muss. Dies erfordert gleichzeitig die Anschaffung eines anderen, behindertengerechten Autos. „Der jetzige Pkw ist in die Jahre gekommen und zudem zu klein für den neuen Rollstuhl“, erklärte Borsdorff. Doch alleine schafft die Familie dies nicht.

Das war für Peter Borsdorff der Moment, die Initiative zu übernehmen. Seit Januar hat er nach jedem seiner Spendeneinsätze einen Betrag für Lena zurückgelegt, bevor er am 21. August offiziell die Laufaktion „Lena mobil“ startete.

Und sein unermüdlicher Einsatz hat sich gelohnt: Über 37.000 Euro sind durch die Aktion zusammengekommen, die der Familie komplett zugutekommen werden. „Ich kenne Lena schon seit sieben Jahren und habe seit zehn Monaten auf diesen Tag heute hingearbeitet“, so Borsdorff. Dabei bedankte er sich für die „große Unterstützung der Aktion durch Sportler, alle Spender, aber auch bei Karnevalsvereinen und Schützenvereinen“.

Auch Borsdorff selbst war angetan von seiner bislang größten Spendensumme: „Ich habe vor zehn Monaten den Entschluss gefasst, die Aktion bis zum Rursee-Marathon zu schaffen. Dass es so funktioniert hat, ist unglaublich und hat für mich einen sehr hohen Stellenwert.“

Im Einruhrer Festzelt war förmlich greifbar, welch große Emotionen die Spendenaktion auslöste. „Ich habe Rotz und Wasser geheult, als ich von der Aktion gehört habe. Es ist unfassbar, was du leistest“, zollte Bernhard Pauls vom Organisations-Team des Rursee-Marathons ihm großen Respekt. „Dir gilt ein ganz herzlicher Dank, denn du bist ein echter Freund“, so Pauls weiter. Auch die kleine Lena, die in ihrem Rollstuhl auf die Bühne getragen wurde, sowie ihre Familie waren sichtlich gerührt.

„Mit einer solchen Summe hätten wir nie gerechnet, vielen Dank dafür“, zeigte sich Lenas Vater Guido Goentgen beeindruckt. Als kleines Sahnehäubchen gab es neben dem satten Scheck noch 1000 Euro für das erste Jahr der Versicherung sowie 100 Euro für die erste Tankfüllung obendrauf.

Peter Borsdorff rief bereits im Jahr 1995 die Initiative „Running for Kids“ ins Leben. Er selbst begann im Jahr 1980 mit dem Laufen, absolvierte 1984 seinen ersten Marathon und nahm in der Folgezeit auch beim legendären New-York-Marathon, dem teilnehmerstärksten Marathon-Lauf der Welt, teil.

Seine Initiative „Running for Kids“, die anfangs noch „Leichtathleten helfen behinderten Kindern“ hieß, sollte von Beginn an bedürftige Kinder aus der Region unterstützen. Dazu bastelte er aus einem Laufschuh eine Spendendose und warb zunächst bei seinen Vereinskameraden für die Aktion. „Der Schuh hat für mich eine ganz große Bedeutung, denn meine verstorbene Frau ist mit diesem Schuh beim New-York-Marathon gelaufen und hat mir immer gesagt, dass ich weiter für die Kinder laufen soll.“

Die ersten 1000 D-Mark seiner Initiative spendete er an einen Kindergarten in Düren. Seine eigene sportliche Karriere stellte er seitdem eindeutig hinten an und konzentrierte sich auf seine Spendenaktivitäten. Neben vielen Laufveranstaltungen ist er regelmäßig auch bei Heimspielen des Volleyball-Bundesligisten SWD Powervolleys Düren und bei weiteren Veranstaltungen im Einsatz.

Bundesverdienstkreuz 2014

Ende 2014 knackte Peter Borsdorff die mehr als beachtliche Spendensumme von einer Million Euro, aktuell sind es bereits über 1,7 Millionen Euro. „Ich bin jede Woche für „Running for Kids“ unterwegs und kann behaupten, jeden Tag damit beschäftigt zu sein“, so Borsdorff. Für seinen großen Einsatz erhielt er bereits viele Auszeichnungen.

Die unumstritten Größte dabei war die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes durch den Dürener Landrat Wolfgang Spelthahn im Namen des damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck. „Der Erhalt des Bundesverdienstkreuzes war für mich natürlich eine große Ehre, aber das Größte für mich bis jetzt überhaupt war die Einladung zum Neujahrsempfang des Bundespräsidenten“, verriet Borsdorff.

Schlussendlich richtete Peter Borsdorff noch eine Botschaft an alle: „Ich laufe zwar mittlerweile nur noch langsam, aber die kleine Lena wäre froh gewesen, wenn sie mich heute hätte begleiten können. Daher genießt jeden Tag, an dem ihr gesund seid, und seht es nicht als selbstverständlich an.“ Er jedenfalls will so lange weiter Spenden sammeln, „wie ich noch laufen kann und bis es nicht mehr geht, denn ich genieße es jeden Tag“.

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