Riesige Bäume wirbeln um Gretel

Von: ch
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Voller Spielfreude: Lenka Liebling (links) und José Bernardo Cuba Mariaca spielen die Titelrollen in der Ballettversion von Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel”. Foto: Deutsche Tanzkompanie

Düren. Es war kein Weihnachtsmärchen - und dennoch lag ein Zauber über der Bühne im Haus der Stadt. Mitgebracht hat diese Magie die Deutsche Tanzkompanie, die jetzt zum wiederholten Mal in Düren gastierte.

Im Gepäck der Truppe aus dem mecklenburgischen Städtchen Neustrelitz: eine Ballettversion der Humperdinck-Oper „Hänsel und Gretel”, zu der die Musik quasi als Konserve eingespielt wurde.

Die Künstler, deren Haus im Untertitel „Stiftung für traditionellen Tanz” heißt, wussten ihre alten wie jungen Zuschauer von Anfang durch fulminante Bilder von großem Zuschnitt und einleuchtender Kraft zu begeistern.

Dass dem so war, hat in der Tat etwas mit den im Untertitel beschworenen Traditionen zu tun: Hier wird kaum etwas verfremdet.

So entsteht in der Inszenierung und Choreographie von Eva Brehme-Solacolu ein Grad an Erkennbarkeit von Figuren und Szenerien, die besonders den Möglichkeiten und Bedürfnissen der Kinder Rechnung trägt.

Die Körpersprache

Hinzu kommt eine Körpersprache, die nicht zuletzt dank der Kunst der Hauptdarsteller Jan Kovacic (Vater Peter), Yulia Kotsoeva (Mutter Gertrud), José Bernardo Cuba Mariaca (Hänsel) und Lenka Liebling (Gretel) die Geschichte und die Emotionen der handelnden Personen aus der Bewegung ablesbar macht.

Wesentlich zum Reiz dieser Produktion, die ihre Premiere bereits 1999 erlebt hat, trägt die üppige Ausstattung von der Hand der Berliner Künstlerin Ilse-Maria Feltz bei.

Da gibt es übergroße Bäume, die nicht nur vor, zurück und seitwärts gehen, sondern mit wedelnden Ästen und Blättern um die beiden Titelfiguren herum tanzen.

Doch nicht nur das: Die Neustrelitzer bieten eine Reihe von märchenhaften Figuren wie die Hexe Rosina Leckermaul (Axel Rothe), den Sandmann (Susanne Kuchler) auf, im Grunde allesamt freundliche Bewohner einer fantastischen Welt - auch sie Produkte einer Tradition, die das Gestern nicht verleugnet und vielleicht gerade deshalb von heute ist.
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