Richard Vendt: Partei-Ausschluss

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Weil er gegen den SPD-Kandidaten zur Kommunalwahl antrat, wurde Richard Vendt aus der Partei ausgeschlossen.

Niederzier. In einem Parteiordnungsverfahren hat die Schiedskommission der SPD im Unterbezirk Düren unter Vorsitz von Oberstaatsanwalt a. D. Robert Deller den Huchem-Stammelner Richard Vendt aus der Partei ausgeschlossen. Vendt war bei der Kommunalwahl Ende Mai gegen den vom SPD-Ortsverein Niederzier nominierten Kandidaten Toni Chorus angetreten und hatte den Wahlkreis 12 in Huchem-Stammeln mit großer Mehrheit gewonnen.

Das aber widerspricht dem Parteistatut der SPD Deutschlands. Dort heißt es im Paragrafen 6: „Unvereinbar mit der Mitgliedschaft in der SPD ist die Kandidatur gegen die von der zuständigen Parteigliederung bereits beschlossene Nominierung für ein öffentliches Amt oder Mandat.“ Zu Einzelheiten der Entscheidung wollte sich Robert Deller auf Anfrage nicht äußern.

Zerwürfnis mit dem Fraktionschef

Hintergrund des Parteiordnungsverfahrens war ein Zerwürfnis Vendts mit dem Ortsvereins- und Fraktionsvorsitzenden Ortwin Clever, das bis ins Jahr 2009 zurückreicht. Damals – Vendt gehörte auch dem Kreistag an und wollte erneut auch für dieses Gremium bei der Kommunalwahl kandidieren – präsentierte Clever kurz vor der parteiinternen Nominierung eine Gegenkandidatin, die sich durchsetzte. Diesen „Vertrauensbruch nach jahrelanger Zusammenarbeit im Ortsvereinsvorstand“ hat Vendt Clever nie verziehen. Seitdem ist das Tischtuch zwischen beiden zerschnitten. Dazu kamen unterschiedliche Auffassungen bei der Erweiterung des Gewerbegebiets Rurbenden, bei der Vendt – anders als die SPD-Fraktion und Bürgermeister Hermann Heuser – den Hochwasserschutz entlang des „Langen Grabens“ in Huchem-Stammeln nicht ausreichend berücksichtigt sieht.

„Der Vorstand des SPD-Ortsvereins Niederzier begrüßt die Entscheidung der Schiedskommission“, so Clever. Trotz wiederholter Versuche sei eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Vendt nicht mehr möglich gewesen. Seine politischen Alleingänge hätten Ortsverein und SPD-Fraktion nicht länger tolerieren können.

Widerspruch?

Ob er Widerspruch gegen den Rauswurf bei der Landesschiedskommission der SPD in Düsseldorf einlegen werde, ließ Vendt auf Nachfrage offen. Er wolle erst die schriftliche Begründung abwarten, teilte er mit. Vendt gehörte der SPD über 45 Jahre lang an, Mitglied der SPD-Ratsfraktion war er seit 1984. Dem Gemeinderat gehört er ununterbrochen seit 1990 an, seit Mai als fraktionsloses Einzelmitglied.

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