Rheumaliga fehlt engagierter Nachwuchs

Von: Gudrun Klinkhammer
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Brigitte Becker, Liane von Scheidtmann-Meier und Dieter Grass (von links) stellen die Arbeit der Dürener Arbeitsgruppe der „Deutschen Rheuma-Liga“ vor. Foto: Gudrun Klinkhammer

Düren. Die „Deutsche Rheuma-Liga“ ist die wohl größte, organisierte Selbsthilfegruppe (SHG) im Land, sagen Brigitte Becker, Liane von Scheidtmann-Meier und Dieter Grass. Alle drei sind sowohl Rheumapatienten als auch Ansprechpartner für die SHG-Arbeitsgruppe im Kreis Düren.

Am 8. Mai 1984 wurde die Gruppe in der Stadthalle Düren als Arbeitsgruppe (AG) aus der Taufe gehoben.

Inzwischen gehören der AG Düren 512 Mitglieder an, die wiederum in viele Gruppen aufgeteilt sind. Elf Gruppen treffen sich einmal pro Woche in Dürener Schulturnhallen zur Trockengymnastik, 27 Gruppen in Schwimmbädern in Düren und Lendersdorf zur Wassergymnastik. „Eine reine Gesprächsgruppe gibt es einmal pro Quartal für die Gruppenbetreuer“, informiert der stellvertretende Schriftführer Dieter Grass, 80 Jahre alt und aus Echtz-Konzendorf. In Nordrhein-Westfalen zählte die „Deutsche Rheuma-Liga“ im Jahr 2015 rund 50 000 Mitglieder, bundesweit sind es aktuell etwa 280.000 Mitglieder.

„Rheuma kennt kein Alter und kein Geschlecht“, sagt AG-Kassenwartin und Gruppenkoordinatorin Liane von Scheidtmann-Meier, 78, aus Niederau, bei der Vorstellung der AG. Sowohl Kinder als auch Senioren können betroffen sein. AG-Schriftführerin und Pressesprecherin Brigitte Becker, 67, aus Kreuzau, fügt hinzu: „Rheuma ist eine Autoimmunerkrankung, und es gibt 200 verschiedene Rheuma-Arten, dazu zählt auch Fibromyalgie.“

Weichteil- und Gelenkrheuma sind die Hauptoberbegriffe der vielschichtigen Symptome. Bewegung, speziell auf Rheumapatienten zugeschnitten, sind in der Regel Balsam für den betroffenen Körper. Brigitte Becker: „Die Gymnastik für einen Rheumapatienten sollte aber schonend sein, viel schonender als normaler Sport.“ Die Gruppenstunden der „Rheuma-Liga“ leiten ausschließlich speziell ausgebildete Physiotherapeuten. Auch bekommt den meisten Betroffenen Wärme.

Das Wasser, in dem die Wassergymnastik stattfindet, ist um die 30 Grad Celsius warm. Becker: „Es gibt aber auch Fälle, die sehnen sich nach Kälte.“ Spezielle Kühlräume, die für ganz kurze Zeit betreten werden können, helfen in diesen Momenten. Was die AG-Verantwortlichen bedauern: „In Düren gibt es nur einen einzigen Rheumatologen, der praktiziert in Lendersdorf. Damit ist diese Art von Fachärzten hier leider extrem dünn gesät.“

Auch würden sich die Verantwortlichen der Rheumaliga wünschen, dass junge Mitglieder mehr Bereitschaft signalisieren, Vorstandsarbeit und damit auch Verantwortung im Verein zu übernehmen.

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