Düren - Rheinischer Tag der Denkmalpflege: Die Zukunft der Sakralbauten

Rheinischer Tag der Denkmalpflege: Die Zukunft der Sakralbauten

Von: sj
Letzte Aktualisierung:
9996576.jpg
Landeskonservatorin Dr. Andrea Pufke, Pfarrer Hans Otto von Danwitz und Heike Kussinger-Stankovic von der Unteren Denkmalbehörde (von links) sind die Gastgeber des vierten Rheinischen Tages für Denkmalpflege in Düren. Am 10. Mai geht es um die Zukunft der Sakralbauten aus der Nachkriegszeit Foto: Stephan Johnen

Düren. Was wird aus unseren Kirchen? Um diese Frage geht es beim vierten Rheinischen Tag für Denkmalpflege, den das LVR-Amt für Denkmalpflege und die Untere Denkmalbehörde bei der Stadt Düren am Sonntag, 10. Mai, in der Marienkirche ausrichten.

Im Mittelpunkt stehen dabei Sakralbauten aus der Nachkriegszeit im Rheinland. „Nirgendwo auf der Welt wurden nach 1945 so viele Kirchen errichtet wie im Rheinland“, bilanziert Landeskonservatorin Dr. Andrea Pufke. Düren eigne sich hervorragend als Veranstaltungsort, weil zu Fuß mehrere architektonisch ganz unterschiedliche Sakralbauten dieser Epoche zu erreichen sind – und es mit der Marienkirche unter anderem ein „gelungenes Beispiel“ für eine Umwandlung gebe.

Ob als architektonisches Juwel gefeiert oder als „unschön“ empfunden: Alle Bauwerke eine, dass der Zahn der Zeit an ihnen nage, die Kirchen rückläufige Mitgliederzahlen verzeichnen und aufgrund von Einsparungen als Sakralbauten zur Disposition stehen. Die Frage, wie mit den Nachkriegskirchen umgegangen werden soll und was die Denkmalpflege dabei leistet und fordert, werde zum Teil emotional diskutiert und berge eine gewisse Brisanz. „Wir wollen offen und kritisch mit diesem Thema umgehen und uns als Ansprechpartner anbieten“, lädt die Landeskonservatorin zu einem Dialog ein.

Derzeit laufe ein Projekt zur genauen Erfassung und Untersuchung aller Kirchen. „Nicht jede Nachkriegskirche ist automatisch ein Denkmal“, sagte Dr. Oliver Meys vom LVR-Amt. Doch es gelte, die Interessen von Denkmalschutz mit der Nutzung/Umnutzung eines Bauwerks aufeinander abzustimmen. Der Denkmaltag soll auch die Möglichkeit bieten, miteinander ins Gespräch zu kommen, Möglichkeiten besser auszuloten. Begleitend wird daher eine Fotoausstellung gezeigt, die mehrere Arten der Umnutzung von Sakralbauten im Rheinland zeigt. Sie ist noch bis Ende Mai in der Marienkirche zu sehen.

Das Programm beginnt um 13 Uhr, vorher besteht die Möglichkeit zur Teilnahme am Gottesdienst um 11 Uhr. Ab 13.30 Uhr vermittelt Dr. Godehard Hoffmann vom LVR einen Überblick über moderne Kirchen in Düren und im Rheinland. Dr. Oliver Meys stellt anschließend das Projekt zur Erfassung des Kirchenbaus nach 1945 in NRW vor. Martin Struck vom Erzbischöflichen Generalvikariat Köln spricht über konservatorische Herausforderungen des modernen Kirchenbaus. Praxisberichte liefern von 14.30 bis 15.45 Uhr unter anderem Dr. Elke Janßen-Schnabel, die über Anna-, Marien- und Christuskirche spricht.

Unter dem Titel „Große Vergangenheit, ungewisse Zukunft: Moderne Kirchen im Umbruch“ diskutiert Landeskonservatorin Andrea Pufke ab 16 Uhr mit Architekten und Kirchenvertretern. Im Anschluss finden ab 17 Uhr Führungen durch die Annakirche und die Christuskirche statt. Die Teilnahme am Tag für Denkmalpflege ist kostenlos.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert