Restsee Hambach wird nicht kleiner als geplant

Von: Jörg Abels
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Stand der Rekultivierung im Tagebau Hambach Ende 2008: Das Bild zeigte die Sophienhöhe und die Uberhöhte Innenkippe mit dem östlich fortschreitenden Abraumbetrieb. Foto: RWE Power

Niederzier. 860 Millionen Kubikmeter Erdreich sind eine schier unvorstellbar große Masse. Zum Vergleich: Ein Standard-Lkw-Container fasst 67,7 Kubikmeter, bei einer Länge von gut zwölf Metern. Um 860 Mio. Kubikmeter Erde zu bewegen, würden 12,7 Millionen Container benötigt. Aneinander gereiht hätten sie eine Länge, die vier Mal um den Äquator reicht.

860 Millionen Kubikmeter Erdreich ist genau die Menge, die vom Tagebau Hambach zur Verfüllung des Tagebaus Inden 20 Jahre lang per Bandstraße transportiert werden sollte.

Jetzt, da sich der Braunkohlenausschuss für einen Restsee im Tagebau Inden entschieden hat, bleibt das Erdreich im Tagebau Hambach.

Eine Tatsache, die die Hoffnung der Landwirtschaft nährt, dass zumindest ein Teil der in Inden verloren gegangenen landwirtschaftlichen Nutzfläche (rund 1100 Hektar) in Hambach zusätzlich rekultiviert werden könnte. Doch daraus scheint nichts zu werden.

Markus Kosma, Leiter Tagebauplanung und Umweltschutz bei RWE Power, und Hans-Joachim Bertrams, Betriebsdirektor des Tagebaus Hambach, erklärten am Donnerstagabend im Niederzierer Bau- und Umweltausschuss, dass derzeit nicht geplant sei, die landwirtschaftliche Fläche im Tagebau Hambach nach der Auskohlung wesentlich zu vergrößern.

Der Braunkohlenplan sieht für den Tagebau Hambach einen Restsee mit einer Größe von 4000 Hektar vor, fast viermal größer als der in Inden, rund 1000 Hektar landwirtschaftlicher und einen Rest forstwirtschaftlicher Nutzfläche.

So wurde es bereits 1977 festgelegt, erklärte Kosma, 13 Jahre bevor der Tagebau Inden II genehmigt wurde. „Aus diesem Grund gibt es für Hambach keine Veränderungen in der Flächenbilanz durch die Restseeentscheidung in Inden.”

Und aus den Ausführungen der RWE-Vertreter war zu erkennen, dass der Energiekonzern derzeit auch nicht ernsthaft überlegt, über die landesplanerischen Vorgaben hinaus, freiwillig zusätzliche Ackerfläche zu schaffen.

Zum einen verweist Kosma auf technische Grenzen im Zuge der Rekultivierung (Böschungen etc.), zum anderen muss der benötigte Lössboden schon für die geplanten 1000 Hektar aus dem Tagebau Garzweiler per Zug herangeschafft werden.

Zusätzliche Ackerflächen würden damit zusätzliche Transportkosten erzeugen.

Vor allem auf Elsdorfer Gebiet

Den von Bürgermeister Hermann Heuser geäußerten Wunsch, nach Möglichkeit die landwirtschaftliche Nutzfläche auf dem Gebiet der Gemeinde Niederzier zu vergrößern, hält Kosma für wenig realistisch.

Der Tagebauplaner sieht den Schwerpunkt künftiger Ackerflächen im nordöstlichen Teil des Tagebaus auf Elsdorfer Gebiet.

Details will RWE Power im kommenden Jahr mit dem Rahmenbetriebsplan III bekanntgeben, der die Abbau- und Rekultivierungspläne von 2020 bis 2030 beinhaltet.

Er wird fünf Jahre früher als notwendig aufgestellt, so Kosma weiter, um vor allem den Bürgern in den Umsiedlungsorten Manheim und Morschenich Planungssicherheit zu geben.
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