Düren - Respekt-Kampagne: Hunderte Menschen geben Erklärung ab

Respekt-Kampagne: Hunderte Menschen geben Erklärung ab

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
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Was bedeutet Respekt? Diese Frage haben die Vorschüler des Betriebskindergartens „Klinik Pänz“ mit Collagen beantwortet. Mittlerweile gibt es fast 400 Porträts und Erklärungen, die ausgeliehen und ausgestellt werden können. Foto: Stephan Johnen

Düren. Die Botschaft ist gut angekommen. Und sie wird immer noch verbreitet, zieht immer weitere Kreise. Porträtfotos und Beiträge dokumentieren dies eindrucksvoll. „Respekt“ hatten die Bürger im Stadtteil Süd-Ost vor mehr als einem Jahr ihre Kampagne genannt.

Eine gleichnamige Projektgruppe als Teil der Stadtteilversammlung entstand aus der Herausforderung, sich mit Erwachsenen, mit Eltern, mit Kindern und Jugendlichen für ein besseres soziales Miteinander und mehr gegenseitigen Respekt einzusetzen. Jeder konnte und kann sich fotografieren lassen – und mit eigenen Worten erklären, was für ihn Respekt bedeutet. Hunderte Menschen, Familien und ganze Schulklassen haben seitdem ungeachtet ihres Alters oder ihrer Herkunft ihre Erklärung von Respekt beschrieben.

Was steckt dahinter?

„Respekt ist zunächst einmal ein großes Wort“, sagte am Dienstag Sarah Napiralla vom Betriebskindergarten „Klinik Pänz“ des Dürener Krankenhauses. Doch was bedeutet das Wort? Welche Rolle spielt es in unserem Leben? In unserer Stadt? Was passiert, wenn es an Respekt mangelt? Schritt für Schritt haben die Kinder das komplexe Thema erarbeitet – und ihrerseits Definitionen erarbeitet. „Respekt heißt für mich, auf andere zu hören und nicht zu sagen, dass einer nicht schön aussieht“, sagt beispielsweise Kiriakos. Für Justus bedeutet Respekt, „auf Kinder und Erwachsene zu achten“. Aus allen Antworten haben die Kinder Collagen gebastelt, die derzeit im Krankenhaus an der Roonstraße ausgestellt werden.

„Je früher man sich mit diesem wichtigen Thema auseinandersetzt, desto besser“, findet Allgemeinmediziner Dr. Frank Christian Jorde aus dem Dürener Südosten, der die Kampagne unterstützt und Mitglied der Projektgruppe ist. Über die Grenzen des „Viertels“ hinaus seien Mitstreiter willkommen. „Wir alle erleben, dass es manchmal an Respekt mangelt, das ist ein Thema der ganzen Stadt“, findet Jorde. Die Kampagne sei eine Möglichkeit, eine breite, stadtweite Diskussion anzustoßen – und somit etwas in Bewegung zu setzen.

„Wir wollen nicht die Welt verbessern. Aber es hilft schon, wenn jeder Mensch in seinem Umfeld dazu beiträgt, die Welt und seine Stadt liebens- und lebenswerter zu machen“, erklärt Margarete Herzogenrath aus der Projektgruppe die Idee hinter der Kampagne. Die Projektgruppe ist ein Zusammenschluss von Vertretern von Schulen, Kindertagesstätten, Bürgervereinen, Mitarbeitern aus dem Jugend- und Seniorenbereich, Vertretern der Kirchen und Bewohnern des Stadtteils.

Das Büro für Gemeinwesenarbeit und soziale Stadtentwicklung der Evangelischen Gemeinde unterstützt die Anwohner bei der Stadtteilarbeit.

An vielen Stellen zeige sich im täglichen Leben, dass am gegenseitigen Respekt noch gearbeitet werden kann, berichten Margarete Herzogenrath und Frank Christian Jorde. Sei es achtlos weggeworfener Abfall, Hundehaufen mitten auf den Bürgersteigen oder die Schimpfwörter, die Lehrern und Erziehern in Schule und Kita schon einmal an den Kopf geworfen werden. „Wir leben in einer egozentrierten Gesellschaft“, bilanziert Jorde. Er ist aber davon überzeugt, dass dies nicht unverrückbar ist, dass es helfen kann, beispielsweise mit dieser Kampagne ein Bewusstsein für mehr gegenseitige Rücksichtsnahme zu schaffen.

„Jung oder Alt – jeder hat Beispiele für Respekt und Respektlosigkeit“ – das haben die Mitglieder der Projektgruppe erfahren. Sei es der Umgang von Schülern mit Senioren, der Kampf um einen Sitzplatz im Bus oder der Umgang mit Menschen, die aus anderen Ländern nach Düren gekommen sind – all dies greifen die Menschen auf, die sich an der Kampagne beteiligen. „Wir werden die Arbeit fortsetzen“, betont Margarete Herzogenrath. Je mehr mitmachen, desto besser.

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