Renkerstraße: Supermarkt-Pläne umstritten

Von: Jörg Abels
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Blick auf das 1,8 Hektar groß
Blick auf das 1,8 Hektar große Areal zwischen Mühlenteich (Vordergrund) und Eisenstraße, auf dem nicht nur ein neues Wohngebiet entstehen soll, sondern zur Renkerstraße gelegen auch ein Vollsortiment-Supermarkt mit bis zu 2000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Foto: Abels

Lendersdorf. Pläne der Stadt Düren, den Flächennutzungs- und Bebauungsplan an der Renkerstraße für die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes zu ändern, stoßen bei Teilen der Anwohner und der Lendersdorfer Geschäftswelt auf massive Kritik.

Es gebe jedoch einen breiten politischen Konsens im Bezirksausschuss, betonte der CDU-Fraktionsvize und Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses Stefan Weschke am Dienstag nach Rücksprache mit dem Ausschussvorsitzenden Norbert Weber.

Drei Gründe, erläutert Weschke, sprechen für das Projekt: die Revitalisierung einer 1,8 Hektar großen Industriebrache, die zusätzliche Ausweisung eines neuen Wohngebietes auf dem Areal und die Sicherung der Nahversorgung des Ortes.

Auf dem früheren Betriebsgelände der Firma Conto Bau Gross ist der Bau eines Vollsortiment-Supermarkts mit einer Verkaufsfläche von bis zu 2000 Quadratmetern und gut 170 Parkplätzen geplant, der über einen neu zu errichtenden Kreisverkehr an die L 13 (Renkerstraße) angebunden werden soll.

Innerhalb des Marktes ist die Einrichtung eines Cafés mit Backwarenverkauf vorgesehen, zum Schutz der bestehenden Geschäftswelt im Ort soll darüber hinaus die Zahl der Läden im Vorkassenbereich auf einen weiteren (beispielsweise Lotto/Totto, Zeitschriften, Schnittblumen) beschränkt bleiben. Soweit die Pläne des Investors, der negative städtebauliche Auswirkungen durch die Neuansiedlung ausschließt und darauf verweist, dass der Vollsortimenter die vorhandene Versorgungslücke in den südlichen Dürener Stadtteilen schließe.

Anwohner Bernd Jamrosy, einer der Gegner der Ansiedlung, der eine Beeinträchtigung der Lebensqualität in der unmittelbaren Nachbarschaft des neuen Marktes befürchtet, sieht das anders. Er zitiert das Einzelhandelskonzept der Stadt Düren, in dem steht: „Insgesamt ist die Nahversorgung in Lendersdorf, wenn auch mit einer zum Teil eingeschränkten Angebotstiefe, gewährleistet.” Ein zusätzlicher Markt sei demnach nicht notwendig.

Die örtliche Geschäftswelt befürchtet durch den neuen Konkurrenten zudem massive Umsatzeinbußen. Die Politik, erklärt Jamrosy, fördere mit der Ansiedlung eines neuen Supermarktes das Sterben der örtlichen Geschäfte, das schlussendlich auch negative Auswirkungen auf die örtlichen Vereine habe, die Sponsoren verlieren würden. „Nachher beklagen sich die selben Politiker dann über seelenlose Schlafstädte oder leerstehende Geschäfte”, prangert der Anwohner an, der seine Einwände wie viele andere Beschwerdeführer im Zuge der frühzeitigen Bürgerbeteiligung auch fristgerecht ans Rathaus geschickt hat.

„Wir werden die Anregungen und Bedenken der Bürger sorgfältig prüfen und abwägen”, versichert Stefan Weschke und weist darauf hin, dass in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses Ende November lediglich die Offenlage der Flächennutzungsplanänderung beschlossen werden soll. „Der Satzungsbeschluss für die Änderung des Bebauungsplanes steht erst im Frühjahr auf der Tagesordnung.” Gleichzeitig erinnert der CDU-Politiker daran, dass viele Lendersdorfer seit Jahren für die Ansiedlung eines weiteren Einkaufsmarktes gekämpft haben.
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