Düren - René Steinberg setzt auf die Unsinn-Revolution

René Steinberg setzt auf die Unsinn-Revolution

Von: Bruno Elberfeld
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Auf der Bühne zeigte René Steinberg, wie das geht mit der „Pippisierung der Gesellschaft“. Foto: Bruno Elberfeld

Düren. „Stand-Up-Kabarettist“ René Steinberg forderte die Gäste im gut gefüllten „Komm“ beim „SWD.KOMMedy.Abend“ auf, wieder mehr Unsinn zu machen und mehr Blödsinn zuzulassen. „Die Menschen werden von Industrie, Wirtschaft und vielen Politikern als Arbeitsbienen betrachtet“, fasste Steinberg die globale Unterjochung zusammen.

Mittlerweile gebe es, so habe er erfahren, sogar den „Ifo-Geschlechtsklima-Index“. Da zähle leider nur das Ergebnis. Dagegen müsse man sich auflehnen, damit der Mensch wieder in den Mittelpunkt des Geschehens rücke und nicht das Ergebnis.

Da verkürzen Politiker die Schulzeit um ein Jahr (G 8), obwohl das Wissen in dieser Welt stündlich wächst. Den Kindern dieser Republik riet Steinberg, „ein bisschen mehr Pippi Langstrumpf“ zu sein. PISA müsse vergessen werden, Kinder und Jugendliche sollten nicht nur für Industrie und Wirtschaft erzogen und ausgebildet werden.

Er selbst unterstütze nicht den Spruch „Kinder an die Macht!“ Das würde zu Chaos führen. Aber so ein bisschen Pippi sein, aus dem Hamsterrad der vermeintlichen Erfolgsleiter heraustreten, mal aus der Reihe tanzen, verrückt sein im Sinne von „sich selbst verrücken“ – das könne diese Welt wieder menschlicher machen. Warum nicht mal ein Pferd auf die Veranda stellen? René Steinberg verlangte die „Pippisierung der Gesellschaft“.

Intelligente Wortschöpfungen

Der Kabarettist garnierte seine Forderungen mit intelligenten Wortschöpfungen und witzigen Sätzen. „Wir sind Fußballweltmeister! Das ist wichtig! Nicht ob wir Gewinner irgendeiner Studie sind!“, lautet Steinbergs These. Und natürlich war „früher alles besser“, auch die Sprache.

Alles war langsamer. Nachrichten sendete man mit der Postkutsche. Umbenennungen ernteten Lachsalven im „Komm“. Ein Parka heißt heute Outdoor-Jacke, die Frittenbude wird zum Biomarkt mit Dinkelschnitten, harte Männer wie Schimanski sind im Tatort nicht mehr gefragt, gefragt sei das Weiche wie Kai Pflaume.

Mehr als lustig waren die vielen Anekdoten Steinbergs mitten aus dem Leben. Abendfüllend die Beziehung zu seiner pubertierenden Tochter. Alles was der Vater tut, ist indiskutabel.

Leckerbissen waren die stimmlichen Kopien einiger Prominenter: Angela Merkel, Ronald Pofalla, Reiner Calmund. Die Steigerung: Steinberg ließ auf der Bühne Herbert Grönemeyer, Til Schweiger, Udo Lindenberg und Helge Schneider in einem Gespräch auftreten.

Für eine Parodie auf den ehemaligen Präsidenten Sarkozy in Sprache, Mimik und Gestik von Louis des Funès nahm sich der Kabarettist Hilfe aus dem Publikum.

Der Abend endete mit dem gemeinsamen Singen bekannter Kinderlieder. Und die Gäste bekamen dabei dann natürlich auch einen kleinen Vorgeschmack auf ihre zukünftige Rolle als Pippi Langstrumpf...

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