Rekordverdächtige Minustemperaturen im April

Von: kjl
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In allen Höhenlagen war es der kälteste April seit 1997. Foto: Uwe Zucchi/dpa

Kreis Düren. Nach warmem Start folgte bis zum Monatsende eine kalte Dusche mitten im Frühling. Kurz vor Ostern kam an Karfreitag die große Temperaturwende.

Die Monatsmitteltemperaturen erreichten als Folge zwischen Jülich und Düren 8,1 Grad (0,9 Grad weniger als im März). In allen Höhenlagen war es der kälteste April seit 1997. In der statistischen Reihe seit 1937 belegte er Platz 24 der kältesten Aprilmonate. In den höheren Lagen erreichte der April zum Beispiel in Nideggen-Schmidt 7,2 Grad und war damit im Vergleich zum Langzeitwert (1981 bis 2010) auch 0,9 Grad zu kalt. In Vossenack sank die Mitteltemperatur sogar bis auf 6,6 Grad.

Nur in der ersten Monatshälfte gab es einige frühsommerliche Tage, wobei es am 10. und 14. am wärmsten war, so zum Beispiel 25,5 Grad in Niederzier-Hambach, 24,8 Grad in Vettweiß, 24,6 Grad in Nörvenich, 23,1 Grad in Drove, 22,9 Grad in Düren und 20,7 Grad in Vossenack.

Viel nennenswerter waren aber die eisigen Nächte der zweiten Monatshälfte. Am Morgen des 20. April meldeten alle Stationen Luftfrost von -2,5 bis -5,0 Grad, am Erdboden bis -7 Grad. In den Mulden und Flusstälern der Rureifel sanken die Lufttemperaturen bis -6 Grad. Am Erdboden registrierte die DWD-Station Schmidt -8,5 Grad, ein rekordverdächtiger Wert für den fortgeschrittenen Frühling.

Die Folgen für die Landwirtschaft waren extrem: Viele Blüten von Obstbäumen erfroren trotz großer Anstrengungen. Die Wechselhaftigkeit des Monats April konnte die anhaltende Dürre in Eifel und Börde nicht beenden. In der Zeit vom 19. März bis zum 17. April fielen im Raum Vettweiß sogar weniger als 5 Liter je Quadratmeter in 29 Tagen.

Es war die längste Trockenperiode seit 2007, damals blieb es zwischen dem 24. März und dem 6. Mai ganze 44 Tage trocken. Ein Vergleich der Regensummen zeigt, dass alle Stationen im Bördenraum zwischen 14 und 25 l/qm erreichten. Dies sind gerade mal 20 bis 30 Prozent des Langzeitwertes. Auch in den Höhenlagen der Rureifel steigerten sich die Niederschlagssummen nur unwesentlich auf 31 l/qm (Vossenack), also ebenfalls viel zu wenig.

Die Sonnenscheindauer war trotz des launischen Monats noch ausreichend, zum Teil sogar überdurchschnittlich. Trotz fehlender Hochdruckperioden kamen folgende Summen im Kreis Düren zusammen: Kreuzau-Drove 181 Stunden, Langerwehe 178 Stunden, Zülpich 171 Stunden, Düren 159 Stunden, Schmidt 154 Stunden, Hasenfeld 147 Stunden, Heimbach 141 Stunden und Vossenack 105 Stunden.

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