Rekordumsatz schon zwei Jahre nach der Übernahme

Von: Jörg Abels
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Firmenchef Philippe Blandinières (l.) und Geschäftsführer Dieter Schäufler im modernisierten Elino-Technikum. Foto: Jörg Abels

Rölsdorf. Gebogene Glasscheiben würde der Außenstehende beim Industrieofenbauer Elino wohl am wenigsten erwarten. Und doch sind sie eines der Projekte, mit dem sich der weltweit tätige Anlagenbauer in Zusammenarbeit mit dem renommierten Frauenhofer-Institut zurzeit beschäftigt.

Dabei geht es darum, eine flexible Unterlage zu entwickeln, die den Biegeprozess begleitet, erklärte Geschäftsführer Dieter Schäufler am Donnerstag am Rande eines Empfangs aus Anlass des 80-jährigen Firmenjubiläums.

Gleichzeitig nutzte das Anfang 2010 nach der Insolvenz des damaligen Mutterkonzerns ebenfalls in wirtschaftliche Schieflage geratene und von der französischen PLC-Gruppe übernommene Unternehmen die Gelegenheit, das modernisierte Technikum einzuweihen. Rund 750 000 Euro hat die Firma in den vergangenen Monaten in das Herzstück des Hauses investiert. Mehrere Öfen in Industriegröße wurden auf den aktuellen Stand der Technik gebracht, um dort auch in Zukunft in Zusammenarbeit mit den Kunden aus der chemischen Industrie, der Automobilindustrie und der Pulvermetallurgie im Labor entwickelte Prozesse im industriellen Maßstab zu testen und auszureifen. „Das heißt für uns, dass wir früh beim Kunden sind, wenn er seine Innovationen umsetzen will“, erklärt Schäufler, bedeutet aber in vielen Fällen auch absolute Geheimhaltung. So blieb auch den Geburtstagsgästen am Donnerstag ein Blick in die Produktionshallen, in denen wieder einmal ein ganz neuer Ofentyp gebaut wird, verwehrt.

„Wir haben im Laufe der 80 Jahre nahezu jeden Ofen gebaut“, betonte Schäufler. Elino, in einigen Bereichen nach eigenen Angaben Weltmarktführer, konzentriert sich dabei auf Spezialöfen, Standardöfen werden in Rölsdorf nicht gefertigt, unterstreicht der Geschäftsführer.

Von der Insolvenz Anfang 2010, die Schäufler Fehlern des früheren Managements anlastet, ist längst nichts mehr zu spüren. Die Mitarbeiterzahl ist mittlerweile von 113 auf 140 gestiegen, 2012 erzielte das Unternehmen sogar einen Rekordumsatz.

Produkte im Wert von 24 bis 28 Millionen Euro werden jährlich am Mühlengraben in Rölsdorf hergestellt. Dorthin ist das 1933 in Niederau gegründete Unternehmen schon drei Jahre später übergesiedelt. Auch wenn die Auftragsbücher aktuell nur noch bis September prall gefüllt sind, Angst um die Zukunft brauchen sich die Mitarbeiter nicht zu machen. PLC-Chef Philippe Blandinières und Dieter Schäufler unterstrichen am Donnerstag immer, dass sie mit ihrer Erfahrung, ihrem Know-how und ihrem Engagement das höchste Gut des Unternehmens seien; Experten wie Ofenbauer und Konstrukteure, die auf dem Arbeitsmarkt nicht zu finden sind. Aus diesem Grund hat Elino seit der Insolvenz auch verstärkt junge Leute eingestellt. Schäufler spricht von einer „Investition in die Zukunft“.

Aktuell baut Elino bei einem ungarischen Automobilzulieferer einen neuen Ofen aus. Auch mit allen großen Herstellern in Deutschland hat das Unternehmen bereits zusammengearbeitet, vor allem mit der Volkswagen AG, die auch jetzt wieder zu den Kunden zählt.

Den Fokus richtet Elino nach eigenen Angaben auch in Zukunft weiter auf die Entwicklung von langlebigen und serviceorientierten Ofenanlagen, mit einem zusätzlichen Blick auf Energieeffizienz in der Anlagentechnik und das Gebiet der Erneuerbaren Energien.

Zu den Gästen gehörte am Donnerstag auch Bürgermeister Paul Larue, der nach einem kurzen Blick auf die Geschichte des Unternehmens mit Philippe Blandinières und Dieter Schäufler symbolisch das modernisierte Technikum eröffnete.

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