Reihenweise Rentner abgezockt: Dürener verurteilt

Von: hp
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Kreis Düren/Alsdorf/Eschweiler. Als schnell verdientes Geld sahen zwei junge Dürener ihr „Geschäftsmodell“ an, im Sommer 2014 in Langerwehe, Alsdorf und Eschweiler Reinigungsarbeiten rund ums Haus anzubieten. Da sie aber offensichtlich ohne Ausbildung und Fachkenntnisse ans Werk gingen, blieben Reklamationen nicht aus. Nachdem sie kräftige Vorschüsse kassiert hatten, brachten sie die Arbeiten nicht ordnungsgemäß zu Ende.

Da die Männer für ihre Opfer nicht mehr erreichbar waren, folgten Anzeigen. Die Staatsanwaltschaft klagte die heute 25 und 27 Jahre alten Männer wegen gewerbsmäßigen Betrugs in fünf Fällen an. Auffällig war zudem, dass es sich bei den Opfern überwiegend um Senioren handelte. In der Anklageschrift, wurden die Dienstleistungen so beschrieben: unvollständig, unfachmännisch und überteuert.

So sollte beispielsweise die Reinigung einer Einfahrt 1950 Euro kosten, die Reinigung einer Fassade 2500 Euro, die Säuberung einer Terrasse 2000 Euro und eine nach Ansicht der Behörde überflüssige Dachsanierung 4200 Euro.

Im Laufe des Verfahrens brachten die Angeklagten einen weiteren Mann ins Spiel. Der sei eigentlich Chef des Unternehmens gewesen und in dessen Auftrag hätten sie nur gearbeitet. Von diesem „Chef“ nannten sie dem Gericht allerdings nur den Vornamen. Nachname, Adresse oder Telefonnummer – Fehlanzeige.

Nachdem die Vorsitzende Richterin Verena Neft daraufhin gewisse Zweifel an der Glaubwürdigkeit dieser Version geäußert und eine erneute Beratung der Angeklagten mit ihren Verteidigern empfohlen hatte, räumten die Dürener die Betrugsvorwürfe ein. Dabei ließen sie erklären, dass sie von dem Anstifter selbst „über den Tisch gezogen“ worden seien.

Von den ursprünglich fünf Tatvorwürfen wurden zwei eingestellt. Wegen gewerbsmäßigen Betruges verurteilte das Gericht den 25-Jährigen, der weitgehend als Wortführer auftrat, zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, den 27-Jährigen zu einem Jahr und zwei Monaten. Zu den Auflagen gehören je 100 Stunden gemeinnützige Arbeiten sowie jeweils monatliche Wiedergutmachungszahlungen in Höhe von je zehn Euro an drei Betrugsopfer.

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