Reicht es noch für die Olympischen Spiele?

Von: Hannes Schmitz
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Das Mountainbike ist sein Arbe
Das Mountainbike ist sein Arbeitsgerät: Robert Mennen zählt zu den besten Fahrern Deutschlands. Foto: Schmitz

Irresheim. Seit Jahren schon macht er mit Erfolgen im Mountainbike-Sattel auf sich aufmerksam. Nun ist Robert Mennen ein großer Wurf gelungen. Er gewann das Rennen Trans Zollernalb und bestätigte damit eindrucksvoll, dass er zur Riege der deutschen Top-Mountainbiker gehört.

Eine „irre Saison” liegt hinter dem Irresheimer, wie er schmunzelnd bestätigt. Zurzeit lässt er alles ruhig angehen, gönnt seinem Körper eine verdiente Ruhepause, konzentriert sich mehr auf ein weiteres anspruchsvolles nicht sportliches Ziel. Den Bachelor zum Abschluss des Studiums der Betriebswirtschaftslehre hat er geschafft und steckt nun mittendrin im Master-Studium an der Fernuniversität Hagen, das er im kommenden Jahr beenden möchte. Studium und Profisport - noch gelingt es dem 26-jährigen, alles unter einen Hut zu bringen. Seit einem Jahr verdient er Geld mit seinem Hobby und kommt mit der Gage über die Runden.

Und die dreht er bei den Rennen mit immer größeren Erfolg. Ein zweiter Platz beim Kitzalp-Bike-Marathon und der dritte Platz bei der Deutschen Meisterschaft in Albstadt in diesem Jahr und natürlich der kaum erwartete Gesamtsieg beim Transalb-Etappenrennen. Seine Augen beginnen zu leuchten, seine Worte sprudeln aus ihm heraus, wenn er von dem spannenden Finale erzählt und einem Ausgang, mit dem wohl keiner gerechnet hatte.

Gutes Pflaster

Vor dem letzten Teilstück lag er auf Rang vier. Die Favoriten waren vor ihm. Mit seinem Teamgefährten hatte er sich eine Taktik zurechtgelegt: attackieren, den Gegner unter Druck setzen. Als sich die Chance bot „wegzufahren”, nutzte sie Robert Mennen, die Verfolger verbummelten das Tempo, der Vorsprung für die beiden Kollegen vom Topeak Ergon Racing Team wurde größer, und Robert Mennen fuhr auf der Schlussetappe auf Rang zwei, was zum Gesamtsieg reichte. „Die Rundfahrt hat riesigen Spaß gemacht”, blickt der Irresheimer zurück, für den der Zollernalbkreis ein gutes Pflaster ist.

Im Juni war er in Albstadt schon Dritter bei der Deutschen Cross- Country- Meisterschaft geworden. Der Disziplin im Mountainbike-Sport, die auch olympisch ist. Ist er also nächstes Jahr auf einem Kurs in London dabei? Der Jungprofi träumt davon, als Betriebswirtschaftler setzt er jedoch auf Fakten. „Unmöglich ist es nicht, aber nicht sonderlich realistisch”, ist sein Fazit. Drei Startplätze gibt es, auf denen er sich wegen noch fehlender Resultate und Platzierungen sowohl auf nationaler wie internationaler Ebene noch nicht sieht.

Bald wird er wieder in die Trainingsphase einsteigen. Konditions- und Krafttraining stehen dann zunächst auf dem Programm, bevor er wieder in den Sattel steigt. Bis zu 20 Stunden in der Woche ist er dann zwischen Irresheim und Schmidt, zwischen Börde und Kalterherberg unterwegs. Flach und steil sowie über „Stock und Stein”, um fit für die kommenden Aufgaben zu sein. Den Fokus legt er im nächsten Jahr auf Marathon-Rennen, Schleifen zwischen 80 und 100 Kilometer wird er fahren. Für die Weltmeisterschaft in Monte Belluna in der Nähe von Venedig möchte er sich qualifizieren.

Den Saisonauftakt wird er in Südafrika am Cape Epic in der Nähe von Johannesburg bestreiten. Dann steht als weiterer Höhepunkt das Transalp-Rennen auf dem Kalender mit Start in Garmisch und Ziel am Gardasee sowie die Deutschen Meisterschaften im Cross- Country in Singen und die Weltmeisterschaften im französischen Ornans.

Und Olympia: da hat sich Robert Mennen, der bis zu 100 Tage im Jahr als Profi mit Rennen beschäftigt ist, sich vorgenommen, „sich so sehr zu steigern, um die Norm vielleicht doch noch zu schaffen.”
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