Regionalforstamt: Bodenschonende Holzernte mit Maschinen

Von: Jörg Abels
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Rückepferde kommen im Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde nur noch selten zum Einsatz. In den Eifelwäldern setzen Amtsleiter Konrad Hecker und seine Kollegen vor allem auf die maschinelle Holzernte – im Bild ein Rückzug (Forwarder). Foto: Jörg Abels
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Forstamtsleiter Konrad Hecker r.) und Walter Pilgram, Leiter des Maschinenbetriebs, sind mit der Holzernte 2015/2016 zufrieden. Foto: Jörg Abels

Kreis Düren. Das Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde hat im vergangenen Jahr rund 68.000 Festmeter Holz in seinen Wäldern „geerntet“ und damit 5,1 Millionen Euro eingenommen. „Mit einem Durchschnittspreis von 75 Euro pro Festmeter lagen wir über dem Landesdurchschnitt“, betont Forstamtsleiter Konrad Hecker, der 2016 in etwa die gleiche Menge erwartet.

„Ein Zeichen zum einen für die Qualität des Holzes aus der Eifel. Holz, das regional vermarktet und nur in den heimischen Sägewerken verarbeitet wird“, ergänzt Walter Pilgram, Leiter des Maschinenbetriebs im Regionalforstamt.

Ein Sechstel der NRW-Einnahmen

Zum anderen zeigt es auch, wie wichtig das Eifelholz für den Landesbetrieb Wald und Holz NRW ist. „Wir haben hier rund ein Zehntel des landesweiten Staatswaldes, erzielen aber ein Sechstel der Einnahmen“, erklärt Hecker. Dabei weist er explizit darauf hin, dass die jährliche Erntemenge bewusst unter dem jährlichen Holzzuwachs liegt, um die Wälder zu schonen. „Unser Holzvorrat wächst daher von Jahr zu Jahr“, betont Hecker.

Überhaupt hat das Thema „Nachhaltigkeit“ bei Konrad Hecker, Walter Pilgram und ihren Kollegen oberste Priorität. Das Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde ist eines von nur zweien in NRW, das über einen eigenen Maschinenpark zur Holzernte verfügt.

Pilgram kann einen sogenannten Harvester einsetzen, der in sekundenschnelle die schweren und nicht immer ungefährlichen Arbeitsschritte bei der Holzernte übernimmt: Das Fällen, Entasten und Drehen der Bäume, das für den Arbeiter vor allem bei in sich verkeilten Bäumen nach Wind- und Schneebruch große Gefahren berge, erklärt Hecker. Und zum Rücken der Bäume werden nur noch äußerst selten Pferde eingesetzt, sondern in erster Linie Rückezüge, sogenannte Forwarder.

Der Maschineneinsatz sei besonders bodenschonend, erklärt Walter Pilgram. Denn obwohl die Maschinen viele Tonnen wiegen, üben sie aufgrund ihrer extrem breiten Reifen und zusätzlich aufgezogenen Gummibänder bei extrem feuchten Verhältnissen weniger Druck auf den Boden aus als ein Pferdehuf, betont Pilgram. Um durchdrehende Reifen und damit zusätzliche Bodenverdichtung und -erosion zu vermeiden, können die Maschinenführer insbesondere in Hanglagen auch Traktionswinden einsetzen, die den Antrieb stabilisieren, erklärt Pilgram.

Im Gebiet des Regionalforstamtes sind Harvester und Forwarder fast täglich im Einsatz, bei bedarf auch an Wochenenden. Nur wenn es wie in diesem Frühjahr über längere Zeit besonders regnerisch ist, muss die Holzernte unterbrochen werden. „Ein so nasses Frühjahr habe ich in all meinen Dienstjahren noch nicht erlebt“, betont der 57-Jährige. „Wir konnten über Wochen kein Holz aus dem Wald ziehen.“

Den Rückstand aber hat sein Team längst aufgeholt. Auch 2016 werden in den Rureifelwäldern wieder rund 68 000 Festmeter geerntet, vor allem Fichten, die mit rund 30 Prozent immer noch am stärksten in den Wäldern vertreten sind, gefolgt von Eichen (19 Prozent) und Buchen .

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